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MOPO.de | Anwohner fühlen sich übergangen: Neues Gutachten: Esso-Häuser total marode!
13. June 2013
http://www.mopo.de/4706496
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Anwohner fühlen sich übergangen: Neues Gutachten: Esso-Häuser total marode!

Bewohner Andreas Hofstetter (48): „Die Sache mit dem Gutachten ist ein Unding!“

Bewohner Andreas Hofstetter (48): „Die Sache mit dem Gutachten ist ein Unding!“

Foto:

Florian Quandt

Ist dies das endgültige Aus für die Esso-Häuser? Ein bislang unveröffentlichtes Gutachten attestiert dem Gebäudekomplex „schwere statische und bauliche Mängel“. Das Hauptproblem sind demnach die Stützen, die das Fundament tragen.

Das Gutachten der „DR-Architekten“ (Neustadt) wurde vom Bezirk Mitte in Auftrag gegeben und von der Stadt bezahlt. Laut „Abendblatt“ soll es nach jahrelangem Streit „wegweisend“ für die Zukunft der Häuser sein. „Das neue Gutachten liefert erstmals eine umfängliche Beschreibung des Ist-Zustandes“, sagt Bezirkssprecherin Sorina Weiland. „Das war bei den bisherigen Gutachten nicht der Fall.“

Pikant: Dem Bezirk, der Stadt und dem Investor „Bayerische Hausbau“ liegt das bislang geheim gehaltene Dokument bereits seit Tagen vor. Die Bewohner werden erst heute über den Inhalt informiert. Das hat laut Bezirk aber „rein organisatorische Gründe“. Bei vielen der rund 100 Esso-Häuser-Bewohner sorgt das für Unmut: „Es ist ein Unding, dass wir das Ergebnis des Gutachtens nicht direkt vom Bezirk erfahren, sondern aus der Presse!“, sagt Andreas Hofstetter. Der 48-Jährige lebt seit 1988 in einer 83-Quadratmeter-Wohnung. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Häuser in ihrer Statik gefährdet sind. Die Häuser sind doch solide gebaut.“

Das Gutachten, zu dessen Inhalt sich gestern weder das Architektenbüro noch der Bezirk äußern wollten, enthält dem Vernehmen nach dramatische Fakten: Die Stützen, die von der Tiefgarage aus die gesamte Last der Betondecke tragen, auf der die beiden Häuser stehen, sollen sich in einem besorgniserregenden Zustand befinden. Demnach ist die gesamte Statik der 60er-Jahre-Bauten instabil. Ob die Esso-Häuser saniert werden können oder abgerissen werden müssen, ist nicht bekannt. Sicher scheint: Eine Sanierung – die vermutlich einen zweistelligen Millionenbetrag kosten würde – ist im bewohnten Zustand nicht möglich.

Die „Bayerische Hausbau“ hatte die Immobilie 2009 gekauft und plant, nach dem Abriss mehr als 200 Wohnungen zu bauen – je ein Drittel Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen. Passiert ist bisher wenig. Denn die „Initiative Esso-Häuser“ setzt sich für einen Erhalt der Gebäude ein. Die Gruppe hat prominente Unterstützer: unter anderem Udo Lindenberg und Jan Delay.

Am Donnerstag Mittag, nachdem dann auch die Anwohner informiert wurden, will sich der Bezirk offiziell zum weiteren Vorgehen äußern.