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MOPO.de | Anschlag auf Til Schweigers Haus: Bekennerschreiben: Es geht um den Film „Schutzengel“!
25. March 2013
http://www.mopo.de/3912718
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Anschlag auf Til Schweigers Haus: Bekennerschreiben: Es geht um den Film „Schutzengel“!

Der Mini Cooper von Til Schweigers Freundin Svenja Holtmann steht ausgebrannt am Straßenrand.

Der Mini Cooper von Til Schweigers Freundin Svenja Holtmann steht ausgebrannt am Straßenrand.

Foto:

Rüdiger Gaertner

Sie kamen im Schutz der Dunkelheit. Und sie wussten genau, wo sie ihre Opfer finden: Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Montag sechs Farbflaschen gegen das Hamburger Haus von „Tatort“-Star Til Schweiger (49) geworfen. Das Auto seiner Freundin Svenja Holtmann (26) ging in Flammen auf. In einem Schreiben, das bei der MOPO einging, bekennt sich eine Gruppe namens „die Tatortverunreiniger_innen“ zu dem Anschlag.

Gegen 3 Uhr hatte ein Passant den brennenden Mini Cooper bemerkt und die Polizei gerufen. An der Altbau-Villa entdeckten die Beamten sechs weiße Farbkleckse. Am Morgen bestätigte die Polizei den Vorfall: „In der Nacht zum Montag hat es einen Farbanschlag auf ein Einfamilienhaus in Nienstedten gegeben. Ein vor dem Haus geparktes Auto wurde in Brand gesetzt“, sagt Polizeisprecherin Sandra Levgrün. Zum Zeitpunkt der Tat war niemand zu Hause. Schweiger und Holtmann sind derzeit im Urlaub. Der Staatsschutz führt die Ermittlungen.

Das Schreiben der „Tatortverunreiniger_innen“, das gestern bei der MOPO einging, beginnt mit dem Satz: „Til Schweiger, you’re not welcome!“ Zwei Wochen nach der Ausstrahlung des ersten Schweiger-„Tatorts“ (Titel „Willkommen in Hamburg“) habe man das Anwesen des 49-Jährigen „mit ,krimineller‘ Energie heimgesucht“, heißt es.

In dem Brief (eine DIN-A4-Seite) werfen die Täter dem Schauspieler vor, er würde mit seinen öffentlichen Äußerungen und seinem Film „Schutzengel“ den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan verherrlichen: „Deutsche Kriegseinsätze mit allen ihren Folgen sollen als normal und gerecht empfunden und akzeptiert werden.“ Die „Opfer der deutschen Truppen“, wie beispielsweise die mehr als 140 Zivilisten, die im September 2009 bei einem Luftangriff nahe Kunduz ums Leben gekommen waren, fänden in den Äußerungen und Produktionen des Schauspielers keinerlei Erwähnung.

Wörtlich heißt es: „Krieg beginnt hier, hier wird er kulturell eingebettet und legitimiert und hier wird er auch in Zukunft angegriffen.“ Die Täter drohen mit weiteren Aktionen, sprechen von einem „Vorgeschmack auf den nächsten ,Tatort‘“ und kündigen „Feuer über Nienstedten“ an.

Schweiger wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern.