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An der Großen Freiheit: Die Gemüse-Gärtner vom Parkdeck-Dach

Das „Gartendeck“ – eine Großstadtoase mitten auf St. Pauli. Hier gärtnern unter anderem Maria von Lenthe (51, l.) und Gabi Plangger (53).

Das „Gartendeck“ – eine Großstadtoase mitten auf St. Pauli. Hier gärtnern unter anderem Maria von Lenthe (51, l.) und Gabi Plangger (53).

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Florian Quandt

#bigimage
Ein Trend, der aus Amerika kommt: Menschen in Großstädten fangen an, ungenutzte Brachflächen, Hausdächer, Randstreifen oder verwilderte Parks gemeinschaftlich zu begrünen und in urbane Gärten zu verwandeln. Wie zum Beispiel in einer Baulücke zwischen „Gruenspan“ und „St. Pauli Druckerei“ an der Großen Freiheit auf St. Pauli.

„Gartendeck“ heißt der Ort: Die Hauswände links und rechts sind mit Graffiti besprüht. Ein alter Schornstein aus dem 19. Jahrhundert ragt empor. Davor: jede Menge bunter Bäckerei-Kisten – Hochbeete, in denen Radieschen gedeihen, Blattsalat, Tomaten, Kartoffeln und Kapuzinerkresse. Ein 1100 Quadratmeter großer Gemüse- und Kräutergarten von allen und für alle.

Garteninteressierte aus ganz St. Pauli, aber auch von anderswo, kommen und machen mit. Gemeinschaftlich wird gesät, gepflanzt, gejätet, gegossen, geerntet – und am Ende gemeinsam gekocht und gegessen. „Alles ist biologisch“, sagt Maria von Lenthe, die eigentlich an der Rothenbaumchaussee wohnt und Sprecherin des „Gartendecks“ ist. Nur zertifizierter Samen darf verwendet werden, chemische Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel sind tabu.

„Für viele Kinder aus der Umgebung ist das hier das erweiterte Kinderzimmer“, sagt die 51-jährige Künstlerin. „Sie stellen fest, dass Kartoffeln nicht aus dem Supermarkt stammen, sondern im Boden wachsen. Das Gartendeck bringt den Großstadtmenschen Natur nahe.“ Tatsächlich ist allen Beteiligten die Begeisterung darüber, ihr Essen selbst herzustellen, anzumerken.

In der Stadt leben und trotzdem Erde umwühlen – das Bedürfnis scheint ausgeprägt zu sein. Am Wochenende kommen regelmäßig 40, 50 Leute, um beim Gärtnern zu helfen. In der Woche sind es manchmal nur drei, manchmal auch zwölf. Je nachdem, wie das Wetter ist und wie viel Zeit die Menschen haben. „Jeder ist willkommen“, sagt Maria von Lenthe. „Irgendwer ist immer da, der sich auskennt und Anfängern die ersten Schritte hin zur selbstgezogenen Kartoffel erklärt.“

Das hier sind übrigens die neuen Öffnungszeiten des Gartendecks: dienstags und freitags von 16 bis 20 Uhr, sonnabends und sonntags 14 bis 20 Uhr. Ort: Große Freiheit 62-68. Leicht zu finden: Immer dem Grün nach!



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