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Ärger in Barmbek: Halber Stadtteil kriegt keine Post

Michaela Koch (41) ist Rechtsanwältin – und sauer auf die Deutsche Post. Jetzt hat sie sie sogar angezeigt – wegen Unterschlagung. Denn bis auf Sonnabend sei an keinem Tag der vergangenen Woche der Briefträger gekommen, so sagt sie. Dabei erwarte sie wichtige Schreiben: Akten vom Gericht, Post von Mandanten.

Barmbeker Markt in Barmbek-Süd – um diese Straße geht es. Etliche Bewohner und Gewerbetreibende bestätigen, dass keine Post zugestellt wurde. „Ich habe wiederholt bei einer Hotline angerufen und mich beschwert“, so Michaela Koch, „wurde aber nur vertröstet.“ Inzwischen musste die Juristin eine Fristverlängerung beantragen, weil sie einen Schriftsatz, auf den sie hätte antworten müssen, noch nicht mal in Händen hält.

Was ist los bei der Post? Sprecher Martin Grundler gesteht ein, dass im fraglichen Zustellbezirk vergangene Woche Sendungen mehrfach nicht ausgetragen wurden. Maximal 10 Stunden und 45 Minuten darf ein Zusteller arbeiten. „Die Aushilfskraft, die eingesetzt war, hat es in dieser Zeit nicht geschafft, ihre Arbeit zu erledigen. Wir bedauern, wenn es Unannehmlichkeiten für die Kunden gab.“

Hinter der Sache steckt aber noch mehr: Die Post spare sich zu Tode, so heißt es bei der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Viel zu wenig Personal werde vorgehalten. Kürzlich seien in Hamburg Zustellbezirke vergrößert worden. „Immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern – das bleibt nicht ohne Folgen“, so Gewerkschaftssekretär Lars-Uwe Rieck. Mit zwölf Prozent ist der Krankenstand der Post fast viermal so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Die Antwort des Betriebsrats auf die rigorose Sparpolitik der Unternehmensführung: Dienst nach Vorschrift! An die Kollegen wurde die Devise ausgegeben, die reguläre Arbeitszeit einzuhalten, möglichst keine Überstunden zu machen. Ein Insider: „Es wird also häufiger passieren, dass mal ein, zwei Tage die Post ausbleibt.“

Was erleben Sie so mit der Deutschen Post? Melden Sie sich: hamburg@mopo.de