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Abriss der Köhlbrandbrücke: Hamburg verliert ein Wahrzeichen

Die Köhlbrandbrücke im Abendlicht.

Die Köhlbrandbrücke im Abendlicht. Der 3,6 Kilometer lange Bau soll abgerissen und neu gebaut werden. Wann, ist noch unklar.

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dpa 

Jetzt ist es offiziell: Die Köhlbrandbrücke wird abgerissen! Das bestätigte erstmals der Bürgermeister. Hamburg verliert sein prägnantestes Wahrzeichen.

„Wir werden demnächst die Planung und die Finanzierung des Ersatzneubaus anstoßen“, sagte jetzt Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Damit ist das Schicksal der 1974 für 160 Millionen Mark gebauten eleganten Elbquerung besiegelt.

Gerüchte und Gedankenspiele über einen Abriss gibt es seit Jahren. Denn die Brücke ist für die künftigen Generationen riesiger Containerschiffe zu niedrig. Die dicksten Pötte kommen bei Flut schon jetzt kaum unter der Fahrbahn in 54 Metern Höhe durch. Doch der Hamburger Hafen soll vor allem hinter der Brücke, in Altenwerder, weiter wachsen.

Dazu kommt: Beim Bau hatte niemand damit gerechnet, dass der Hafenverkehr so schnell wächst. 25 000 Laster täglich zermürben die Stahlbetonkonstruktion. Reparaturen verschlingen Millionen. Zuletzt wurde sogar eine Fahrspur in jede Richtung für Lkw gesperrt, um die Brücke zu schonen.

Offiziell gibt der Senat dem Bau noch 20 Jahre Lebenszeit. Doch bei der Hamburg Port Authority (HPA), die die Brücke betreibt, wird selbst daran gezweifelt: Denn der Verkehr wächst stetig.

Immerhin: Wurde bislang nur laut nachgedacht, wird es endlich konkret. Laut Scholz gibt es bereits eine „Machbarkeitsstudie zur Festlegung der Trasse und der Anschlusspunkte einer neuen Köhlbrandbrücke“. Irgendwas zwischen 700 Millionen und mehr als einer Milliarde Euro dürfte ein Neubau heute kosten – je nach Brückengröße. Mehrere Varianten werden nach MOPO-Informationen derzeit geprüft, auch was die Finanzierung angeht. Möglich wäre zum Beispiel, dass Nutzer künftig eine Maut zahlen müssen. Eine Festlegung gibt es noch nicht.

Bedeutend für die Planung ist auch, dass mit der Hafenquerspange eine weitere Elbquerung nur wenige hundert Meter südlich entsteht. Die soll die Köhlbrandbrücke jedoch nicht ersetzen, sondern nur entlasten und die A7 mit der A1 verbinden.

Zudem könnte die Querspange bei einem Abriss der Köhlbrandbrücke das schlimmste Verkehrschaos verhindern, bis ein Neubau die Hafenskyline dominiert – hoffentlich wird dieser dann genauso schön wie unsere jetzige Brücke.





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