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"Tegida" am Hauptbahnhof: 5000 Hamburger sagen: Keine Chance für Pegida!

5000 Menschen demonstrierten friedlich gegen Fremdenhass in Deutschland.

5000 Menschen demonstrierten friedlich gegen Fremdenhass in Deutschland.

Foto:

Florian Quand

Friedlich, tolerant und gemeinsam ein Zeichen gegen die Pegida-Bewegung setzen: Rund 5000 Menschen haben am Montagabend am Glockengießerwall zusammengefunden, um gegen Irrglauben und Intoleranz zu demonstrieren.

Mehr als 5000 Teilnehmer hatten sich auf Facebook angekündigt, die meisten kamen dann auch am Hauptbahnhof zusammen. Die „Toleranten Europäer gegen die Idiotisierung des Abendlandes“ – kurz „Tegida“ – hatten zur Demo gegen die islamfeindliche Bewegung Pegida aufgerufen.

Veranstalter Horst Schneider (55) formulierte ein klares Ziel: „Wir hatten in Hamburg bislang keine Pegida-Kundgebung. Das soll auch bitte so bleiben. Die sollen sehen, dass hier kein Platz für die ist.“

Was ursprünglich als „friedliches Beisammenstehen“ angedacht war, wurde zu einer richtigen Kundgebung mit Redebeiträgen.

„Wir wünschen uns, dass unsere bunte Republik immer bunter wird“, wurde ein Schreiben von Panik-Rocker Udo Lindenberg zitiert.

Die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Harvestehude, Hendrikje Blandow-Schlegel, sagte: „Wir wollen keine Menschen gegeneinander ausspielen – vor allem keine Menschen in Not.“

Damit seien sowohl Deutsche als auch Flüchtlinge gemeint. Teilnehmerin Sabine Knoche-Lenz (54) sieht es genauso: „Alle gehören hierher!“ Und Felix Eckhardt (36) sagt: „Fremdenfeindlichkeit und Rassismus dürfen keine Plattform haben!“

Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie „Bunt statt braun“ und „Kein Mensch ist illegal“ oder „In Hamburg sagt man moin!“. Tenor der Teilnehmer: Man sei froh, dass so viele Menschen gegen Fremdenhass aufbegehren.

Pegida: Mehr Gegner als Fans

In ganz Deutschland gingen am Montag wieder Menschen auf die Straßen, um für oder gegen „Pegida“ zu demonstrieren. Dabei waren die Rechten klar in der Minderheit. Nur in ihrer Hochburg Dresden bekamen sie wieder 18.000 Marschierer zusammen.

In Köln standen gut Hundert Rassisten Tausenden von Gegendemonstranten gegenüber – der Dom, zahlreiche städtische Gebäude und Firmensitze waren aus Protest gegen „Kögida“ ins Dunkel getaucht.

Viele Tausend Berliner stellten sich einem mickrigen „Bärgida“-Haufen entgegen, blockierten deren Marschroute. Das Brandenburger Tor blieb als Signal an die Ausländerfeinde ebenfalls dunkel. Auch in Münster (10.000), Stuttgart (8.000) München (2.000 Teilnehmer), Würzburg (3.000) und Marburg (3.000) gab es Demos gegen „Pegida“ & Co.