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„Ich finde die Musik toll“: „Fettes Brot“: Kretschmer-Berater will zu Konzert in der Roten Flora kommen

"Fettes Brot"? Nein, danke! Der Eigentümer der "Roten Flora" hat der Band Hausverbot erteilt.

"Fettes Brot"? Nein, danke! Der Eigentümer der "Roten Flora" hat der Band Hausverbot erteilt.

Foto:

imago/dpa

Er hat seine Drohung wahr gemacht: Nachdem er der Kult-Band „Fettes Brot“ bereits ein Hausverbot erteilt hatte, zeigte der „Flora“-Eigentümer Klausmartin Kretschmer die Band am Sonnabend sogar bei der Polizei an!

Weil die Hip-Hopper ihm keine „Nutzungsgebühr“ für ihren Auftritt zahlen wollten, sollte die Polizei „seine“ Rote Flora vor den rappenden Eindringlingen schützen. Doch die Beamten erteilen dem Investor eine Abfuhr.

Einen Tag vor dem Konzert (Sonntag, 20 Uhr) erstattete Kretschmer per Fax, E-Mail und Boten bei der Polizei Anzeige wegen schweren Landfriedensbruchs und schweren Hausfriedensbruchs gegen die Mitglieder von „Fettes Brot“. Zuvor hatte er von dem Trio, das sein neues Album „3 is ne Party“ in der Flora präsentiert, 5.000 Euro für die Nutzung seiner Räume verlangt.

Kretschmer-Berater Gert Baer stellte am Sonntag gegenüber der MOPO folgende Rechnung auf: „Etwa 1.000 Leute passen in die Flora. Wenn zehn Euro Eintritt genommen werden, sind das ja schon 10.000 Euro. Hinzu kommt der Bierverkauf. Da sind 5.000 Euro Nutzungsgebühr doch ein fairer Preis“, sagt Baer und fügt hinzu, dass man mal „ein Signal“ setzen müsse. „Die Rotfloristen sollen dort nicht das Geld verdienen, sondern der Eigentümer!“

Die Aktivisten der Flora bestreiten, mit dem alternativen Zentrum in irgendeiner Form Geld zu verdienen. "Die Rote Flora ist kein Raum 'wirtschaftlicher Nutznießungen', sondern selbstorganisierter Kultur und Politik. Hieraus entstehen weder heute noch in Zukunft privatwirtschaftliche Gewinne", heißt es in einer Pressmitteilung der Gruppe, die am Sonntag als Reaktion auf Baers Äußerungen herausgegeben wurde. "In der Roten Flora gibt es weder bezahlte Stellen, noch verdient hier irgendjemand etwas. Was stattfindet dient der Förderung kultureller Projekte oder sozialen und politischen Bewegungen."

Auch "Fettes Brot" wollen keinen Cent an Kretschmer zahlen. Das Hausverbot und die Anzeige sehen „Fettes Brot“ offensichtlich gelassen. Das Konzert wird stattfinden.

Zu befürchten hat die Band nichts. Denn die Polizei lässt sich von Kretschmer nicht vor seinen Karren spannen. Sprecher Holger Vehren bestätigte den Eingang der Anzeigen zwar. „Doch nach unserer Bewertung handelt es sich hierbei um eine zivilrechtliche Auseinandersetzung, bei der vorrangig die Zivilgerichte und nicht die Polizei zuständig sind.“ Sprich: Die Beamten bleiben zu Hause. Wer allerdings sein Kommen zugesagt hat, ist Kretschmers Berater. „Ich finde die Musik toll“, so Gert Baer zur MOPO.