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„Ich schlag’ erst mal alles kurz und klein“: Heino probt das Rocker-Dasein

Schlagerlegende Heino rockt im Zwick.

Schlagerlegende Heino rockt im Zwick.

Foto:

Lotte& Ede

Heino, und jetzt mach mal die Pommesgabel!“, fordert der Fotograf. Doch Heino versteht nur Bahnhof. „Pommesgabel?“ Der „Teufelsgruß“, auch „Metal Fork“ genannt, kurz: das Spreizen von Zeige- und kleinem Finger muss der 74-Jährige noch lernen. Aber er lernt schnell. Heino sitzt in der Kneipe „Zwick“ an der Max-Brauer-Allee (Altona), schultert die Gitarre und sagt mit ruhiger, sonorer Stimme: „Ich bin jetzt Rocker. Ich schlag’ erst mal alles klein.“

Heino schlägt aber nichts klein. Und er ist auch kein Rocker. Mit seiner neuen CD „Mit freundlichen Grüßen“, die am 1. Februar erscheint, zieht er höchstens die Wut von Rockern auf sich. Denn der Schlager-Oldie mit der goldgelben Matte covert auf dem Album zwölf Songs von Bands wie Rammstein, den Ärzten, Oomph, Peter Fox, Nena, Westernhagen. Und wer hat das ermöglicht? Das deutsche Urheberrecht, das Plagiate erlaubt, wenn sie unverändert produziert werden. Einzig für Werbezwecke darf Heino die fremden Songs nicht singen.

„Die Ärzte sind richtig sauer über das ganze Projekt“, sagt Heinos Manager Jan Mewes. Doch die Fans sind heiß. „Ich stehe bei den ,Amazon‘-Vorverkaufscharts auf Platz eins“, sagt Heino im MOPO-Interview. „Da denk‘ ich mir schon: Mensch, Heino, mit 74 haste mal wieder ein Ding gelandet!“ Forciert habe er das aber nicht. „Es ist so: Ich habe jetzt 50 Jahre ganz gut Geld verdient mit dem, was ich mache. Ich muss nicht mehr singen. Ich könnte auch sagen: ,Komm Hannelore, wir fahren nach Kitzbühel und gucken uns die Berge an.‘ Aber mir hat diese Idee jetzt einfach Spaß gemacht!“

Und so sitzt er da. Trägt Nietenweste und Leder-Armband. „Ich habe ja 1988 den Rap-Enzian gesungen und die Klamotten sind noch von damals. Nur der Totenkopf-Ring ist neu.“ Über den musikalischen Anspruch seiner Cover-Songs kann der Schunkel-König aus Bad Münstereifel nur lächeln: „Mal ganz ehrlich: Dieser Ärzte-Titel ,Junge‘ – das ist doch ein moderneres ,Junge komm bald wieder‘ von Freddy Quinn. Und die Melodien, also Entschuldigung, für einen der mal Gesang studiert hat, ist das nichts Halsbrecherisches. Ich habe schon im ,Enzian‘ drei Oktaven gesungen.“ Und was ätzen die Kollegen so? Westernhagen kommentierte Heinos „Willenlos“-Version mit den Worten: „Dies ist ein freies Land. Singe, wem Gesang gegeben...“ Heino: „Das hat mich gefreut. Ob er es ehrlich meint, weiß ich nicht.“

Hier gibt's das Video von Heinos Version "Junge" von den Ärtzen.