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#DieTotenKommen: Gedenken an ertrunkene Flüchtlinge: Grab-Aktion vor der Uni

Die Grabstätten sollen den Passanten die toten Flüchtlinge ins Gedächtnis rufen.

Die Grabstätten sollen den Passanten die toten Flüchtlinge ins Gedächtnis rufen.

Foto:

JOTO

Die Aktion begann in Berlin - jetzt hat sie auch Hamburg erreicht: Vor der Universität wurden am Montagabend von etwa 80 Teilnehmern symbolisch Gräber für im Mittelmeer verstorbene Flüchtlinge ausgehoben. "Das Massensterben muss ins Bewusstsein gerückt werden", erklärte Till Meerpohl von der AStA Hamburg.

Die Teilnehmer hoben mit selbst mitgebrachten Schaufeln Gräber aus. Anschließend stellten sie Kreuze auf und legten Blumen auf die Grabstätten.

Die Aktion traf bei Uni-Präsidenten Prof. Dr. Dieter Lenzen auf Zustimmung. Lenzen erklärte dazu in einer Pressemitteilung:" Die Gedenkveranstaltung ist aus Sicht der Universität absolut angemessen und wird insofern begrüßt. Wenn die Aktionen den Alltag „stören“, dann ist damit ihr Ziel erreicht."

 Nach einer Information vor Ort hieß es anfänglich, dass entstandene Schäden aus Mitteln der Studiengebühren beglichen würden. Dem ist nicht so: Die Universität betrachtet die Aktion vielmehr als "Bestandteil des Auftrags der Universität." 

Bereits am Sonntag initiierte das "Zentrum für politische Schönheit" einen „Marsch der Entschlossenen“ in Berlin, an dem sich über 5000 Menschen beteiligten. Dabei stürmten einige Demonstranten die Wiese vor dem Bundestag, auf der spontan hunderte Gräber ausgehoben wurden. Die Aktion läuft nun bundesweit unter dem Namen #DieTotenKommen.

Diese stehen symbolisch für die vielen im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge. Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Hamburg rief in Hamburg zu der gleichen Aktion auf. 

Till Meerpohl erklärt: „Symbolik allein ändert noch nichts am Abschottungssystem, aber sie klagt diejenigen an, die für diese Verbrechen verantwortlich sind. Sie holt die Toten aus dem Mittelmeer in den Alltag der Menschen, sodass die Augen geöffnet werden können um solidarischen Widerstand zu der aktuellen EU-Politik zu leisten. Sie schafft Orte, an denen den Ermordeten gedacht werden kann. Und sie macht klar, dass die Festung Europa zum Einstürzen gebracht werden muss!“