Hamburg historisch
Hamburg blickt auf eine mehr als 1000-jährige Geschichte zurück. Diese Tage machten Geschichte.

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01.09.1957: Der Tag, an dem Max Schmeling Coca-Cola übernahm

Auf Werbe-Tour: Max Schmeling verteilt Coca-Cola aus einem seiner Lieferwagen.
Auf Werbe-Tour: Max Schmeling verteilt Coca-Cola aus einem seiner Lieferwagen.
Foto: AP

Nach „Okay“ ist „Coca-Cola“ der zweitbekannteste Begriff der Welt. Dass das braune Getränk auch in Hamburg populär wurde, ist vor allem einem Mann zu verdanken: Max Schmeling. Am 1. September 1957 wird der Ex-Boxweltmeister Coca-Cola-Konzessionär. 2005 stirbt der Mann, der Jahrzehnte lang für viele Menschen das Idol schlechthin war. Nicht nur ein hervorragender Sportler, auch noch ein echt feiner Kerl. Bescheiden, großzügig, immer hilfsbereit. 99 Jahre alt ist er geworden. Und bis zuletzt lautet seine Antwort auf die Frage, wie man so lange fit bleibt: „Täglich Sport -und Coca-Cola.“

Täglich Sport - und Coca-Cola

Geboren wird Max Schmeling in Klein Luckow in der Uckermark (Vorpommern). Er ist 19, als er 1924 Berufsboxer wird. Seine ersten internationalen Kämpfe hat er in New York, der Welthauptstadt des Boxens. Dort lernt er James Farley kennen, den Chef der mächtigen Boxkommission.

Doch erst 1936 kommt es zu den Kampf, der Schmeling unsterblich macht: Er besiegt in New York den als unbesiegbar geltenden Joe Lewis durch Knockout. Daheim in Deutschland wird Schmeling zum Liebling der feinen Gesellschaft. Der smarte Boxer dreht Filme, singt Lieder, schreibt Bücher. Weil er sich nicht den Nazis anbiedert, schickt ihn Hitler in den Krieg. Er wird verwundet.

1946. Max Schmeling und seine Frau sind nach Hamburg übergesiedelt, stehen wie Millionen anderer auch vor dem Nichts. Noch einmal tritt er in den Ring. Es wird sein letzter Kampf. Er verliert. Egal. Die 40000 Mark Gage sind das Startkapital für eine neue Zukunft.

Schmeling baut jetzt Tabak an, betreibt einen Hühnerhof, versucht sich als Eierlikörfabrikant und Pelztierzüchter. Bis sich eines Tages Coca-Cola bei ihm meldet.

250.000 Mark für die Cola-Konzession für Hamburg

James Farley hat inzwischen Karriere gemacht. Er gehörte als Minister der US-Regierung an, wäre fast sogar Präsident geworden. Nun ist er Chef der Coca-Cola Export-Corporation. Und eine seiner Aufgaben ist es, das Geschäft in Deutschland in Gang zu bringen. Als Schmeling 1952 New York besucht, klingelt in seinem Hotelzimmer das Telefon. Farley: „Max, I want to see you.“ Er bietet seinem alten Freund an, die Coca-Cola-Konzession für Hamburg-Ost zu übernehmen. 250.000 Mark muss Schmeling aufbringen. Er leiht sich das Geld.

Max Schmeling und seine Frau Anny Ondra in ihrem Garten in Wenzendorf
Max Schmeling und seine Frau Anny Ondra in ihrem Garten in Wenzendorf
Foto: dpa

Als er im August 1957 die Coca-Cola-Fabrik in Wandsbek besucht, ahnen die Mitarbeiter noch nichts. Überall tönt es ihm entgegen: „Hallo Maxe, gib uns ein Autogramm!“ Acht Tage später, am 1. September 1957, erscheint er wieder in der Fabrik -als Chef. Verlegenes Lächeln. Es werden Entschuldigungen gestammelt wegen der allzu vertraulichen Anrede eine Woche zuvor: Aber Schmeling macht eine wegwerfende Handbewegung und grinst: „Ich sage Kuddel und Hein und Fietje zu Euch.“

Aus der 1932 gegründeten Coca-Cola-Niederlassung wird die „Getränkeindustrie Max Schmeling + Co KG“. 1962 zieht die Firma von der Helbingstraße an die Wandsbeker Straße in Bramfeld. Von Jahr zu Jahr laufen mehr Flaschen vom Band. Schmeling und Coca-Cola -das wird zu einer untrennbaren Einheit. 1959 wird er beim Sportpresseball in der Deutschlandhalle von den Zuschauern mit dem Ruf „Mach mal Pause -trink Coca-Cola“ empfangen, damals der bekannteste Werbeslogan in Deutschland. Bei Fernsehauftritten setzt Schmeling gerne demonstrativ eine Coke zum Trinken an.

Schmeling hat keine Kinder. Als er stirbt fließen all die Millionen, die er mit Coca-Cola verdient hat, in die Max-Schmeling-Stiftung. Die Stiftung finanziert unter anderem die Max-Akademie, ein Jugendhilfeprojekt in Strasburg in der Uckermark, Schmelings Heimat.

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