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Paradies in Bahrenfeld: Ein Garten nur für Dahlien

Seit drei Jahren die Chefin: Claudia Zechner (42). Hier ist sie gerade im Gewächshaus beschäftigt.
Seit drei Jahren die Chefin: Claudia Zechner (42). Hier ist sie gerade im Gewächshaus beschäftigt.
Foto: Olaf Wunder

Wenn das Wort Dahlie fällt, beginnen Claudia Zechners Augen zu leuchten. Die 42-Jährige ist verrückt nach Dahlien. Dahlien sind ihr Leben. Sie schwärmt von ihrer Farbenpracht und Vielfalt. Aber wie sollte sie auch anders? Sie ist seit drei Jahren die Herrin des Dahliengartens in Bahrenfeld – er ist der älteste weltweit!

Und wo wir schon bei Superlativen sind: 600 Dahliensorten gibt es – mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Die Eigenzüchtung „Kalinka“ ist mit 3,03 Meter die höchste Dahlie überhaupt. Und nirgendwo sind so viele Dahlienzüchtungen nach Prominenten benannt. Ob Uwe Seeler, Otto Waalkes, Jan Fedder, Loki Schmidt oder John Neumeier – ihnen allen ist eine Züchtung gewidmet.

Noch wirkt Hamburgs Dahliengarten ausgestorben und trist. Nackte Stangen schauen aus dem Boden. Zwar sind schon wieder alle Knollen eingepflanzt. Aber noch nicht eine Blüte ist zu sehen. Claudia Zechner und ihre Mitarbeiter kümmern sich derzeit um die Stecklinge, die im Gewächshaus ein bisschen heranwachsen sollen, bevor auch sie ausgepflanzt werden. „Von jeder Sorte werden wir dann später 15 bis 20 Pflanzen draußen haben“, sagt die Chefin.

Noch ein paar Wochen, dann reisen die Besucher in Massen an. Reisebus reiht sich an Reisebus. Denn Mitte Juli feiert der Dahliengarten Eröffnung. Hauptzeit der Blüte ist aber August, September. Für Claudia Zechner und ihre drei Gärtner-Kollegen Stefan Plagemann (33), Stanislav Conradi (26) und Arley Vega-Calderon (35) gilt dann Urlaubssperre. Die insgesamt 11.000 Dahlien brauchen viel Pflege. Verblühtes muss sofort rausgeschnitten werden. Und einen unbändigen Durst haben die Pflanzen außerdem: Zehn Kubikmeter Wasser pro Stunde werden benötigt. Gott sei Dank gibt es einen eigenen, 32 Meter tiefen Brunnen.

Gegründet wurde der Dahliengarten 1920, damals noch im Volkspark. 1932 zog er an den heutigen Standort an der Stadionstraße. 1,5 Hektar ist er groß und wurde im Laufe der 92-jährigen Geschichte mit Lobeshymnen nur so überschüttet. „Einer der schönsten Gärten Deutschlands“, „weltberühmt“ sei er, „Europas Dahliengarten Nr. 1“, „der Garten der Rekorde“.

Warum heißt die Dahlie eigentlich Dahlie? Claudia Zechner weiß es: „Die aus Mexiko stammende Pflanze wurde nach dem schwedischen Botaniker Andreas Dahl benannt, der 1798 starb. Vincente Cervantes, Direktor des Botanischen Gartens von Mexiko City, war der Erste, der Dahlien-Samen nach Europa sandte. Das war 1790. Und damit begann der Siegeszug der Blume um die Welt.

Übrigens: So schön die Dahlie auch ist. Einen Nachteil hat sie: Sie duftet kein bisschen.

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