Großstadt-Oasen
Die schönsten idyllischen Oasen mitten in Hamburg.

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Natur pur mitten in der Stadt: Die glücklichen Hühner von Othmarschen

Gute Freunde: Jette Siegfried (11) spielt mit ihrem Huhn Lilly.
Gute Freunde: Jette Siegfried (11) spielt mit ihrem Huhn Lilly.
Foto: Volker Schimkus

Das Erste, was die Zwillingsschwestern Jette und Helene (11) tun, wenn sie von der Schule kommen: Sie besuchen den Hühnerstall vor dem Haus. Dann gucken sie, ob Blubbi, Ronja, Perle, Hermine, Lola, Henna, Kalla und Lilly Eier gelegt haben. Und zum Dank knuddeln die beiden Mädchen anschließend mit ihren Hühnern.

Nein, wir sind nicht auf einem Bauernhof in Schleswig-Holstein, sondern mitten in Hamburg. In Othmarschen. Das AK Altona ist zum Greifen nah, wirkt aber doch weit weg, so grün ist es bei Familie Droop-Siegfried daheim. Karin Droop (44), eine Sozialpädagogin, lebt mit ihrem Mann Askan Siegfried (56), Tonmeister beim NDR, und den Töchtern in einer wahren Großstadt-Oase. In einem 1832 erbauten Backsteinhaus, das einst eine Fischräucherei war. Und das ist umgeben von einer ausgedehnten Grünfläche. „Bienenwiese“ wird sie genannt, weil ein Imker dort sieben Bienenvölker hält.

Im Sommer gibt’s jeden Mittwoch eine so genannte „offene Probe“: Musikgruppen treten auf, Nachbarn hören zu. Vergangene Woche trat das Quartett „Nie wieder Nachbarn“ aus Altona auf.
Im Sommer gibt’s jeden Mittwoch eine so genannte „offene Probe“: Musikgruppen treten auf, Nachbarn hören zu. Vergangene Woche trat das Quartett „Nie wieder Nachbarn“ aus Altona auf.
Foto: Volker Schimkus

„Ich finde es ganz wichtig, dass meine Kinder nicht in dem Glauben aufwachsen, dass die Eier aus der Pappe kommen“, sagt Karin Droop (44). Für die Mädchen sei Natur inzwischen etwas Selbstverständliches, und von welchem Stadtkind könne man das schon sagen… Zum Spielen haben die Mädchen jede Menge Platz. „Wir feiern herrliche Kindergeburtstage, machen unser eigenes Osterfeuer, veranstalten Badminton-, Volleyball- und Bogenschieß-Turniere. Wir sind alle total glücklich hier.“

Die Anschrift von Familie Droop-Siegfried ist der Stegelweg. Das Haus hat die Nummer 40, obwohl es das einzige in der ganzen Straße ist. Gleich nebenan befindet sich das riesige Gelände des Kleingartenvereins „Heimgartenbund Altona“. Einige der Schrebergärtner beteiligen sich an den Pachtkosten für die „Bienenwiese“. Dafür darf der Verein das Gelände natürlich auch nutzen.

Im Sommer gibt es zum Beispiel an jedem Mittwochabend eine so genannte „offene Probe“ – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Dann treten Hamburger Bands auf, und sowohl Schrebergärtner als auch Nachbarn kommen, um zwischen Birnen-, Kirsch- und Apfelbäumen der Musik zu lauschen. In Othmarschen ist dieses Event inzwischen ein Geheimtipp.

Während sich die Gäste an der Kultur erfreuen, laufen die Hühner frei herum und Jette und Helene spielen Fangen mit ihnen. „Das hier“, sagt Jette lachend und deutet auf das weiße Huhn in ihrem Arm, „ist übrigens unser Prachtexemplar. Ein echtes Ramelsloher Huhn. Selbst gezüchtet!“ Und zwar mithilfe eines befruchteten Eis aus dem Freilichtmuseum Kiekeberg und einer Henne, der es zum Brüten untergeschoben wurde. Irgendwann ist dann Lilly geschlüpft. Seither legt sie jeden Tag ein Ei und sonntags auch mal zwei.

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