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Die schönsten idyllischen Oasen mitten in Hamburg.

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Das Elisabeth-Altenheim: Rentner-Idyll in der Schanze

Cooler Rentner: „Jungspund“ Manfred Ölschlegel (66) am Altenheim-Teich in der Schanze.
Cooler Rentner: „Jungspund“ Manfred Ölschlegel (66) am Altenheim-Teich in der Schanze.
Foto: Florian Quandt

Ein Bächlein plätschert, Mutter Ente läuft mit 13 Küken unter der 100 Jahre alten Linde entlang, zwei Damen betrachten Seerosen: Der Hof des Altenheims Elisabeth mitten in der quirligen Schanze ist ein Paradies. Dumpfe Schläge hallen über den Mini-Park des Altenheims am Kleinen Schäferkamp. Etwa 20 alte Menschen trommeln mit einer Kindergruppe um die Wette. Direktor Dr. Hans-Jürgen Wilhelm (44) legt Wert darauf, dass bei ihm auch mal „was los“ ist.

Doch dann ist wieder alles ruhig. Mittagszeit! Der Altenheim-Chef: „Wir sind schon sehr stolz auf unseren kleinen Park hier.“ Direkt am Teich sitzt Anni Heinrich (92) in einem Rollstuhl. Fast 20 Jahre betrieb sie mit ihrem Mann den „Othmarscher Hof“ am S-Bahnhof Othmarschen. Dort ist heute das Blockhouse.

Lena Quandt schiebt Anni Heinrich (92) durch den Garten. Die Rentnerin betrieb den Othmarscher Hof am S-Bahnhof Othmarschen.
Lena Quandt schiebt Anni Heinrich (92) durch den Garten. Die Rentnerin betrieb den Othmarscher Hof am S-Bahnhof Othmarschen.
Foto: Florian Quandt

Nun genießt sie ihren Lebensabend mitten in der Schanze: „Das gefällt mir wirklich prima hier, vor allem die Verpflegung.“ Das Essen findet auch Manfred Ölschlegel ausgezeichnet, er meint: „Wir leben hier doch besser als im Mövenpick-Hotel im Wasserturm gegenüber.“ Und das hat immerhin vier Sterne.

Mit 66 ist er im Altenheim noch ein „Jungspund“. Mit seiner Porschebrille mit den blauen Gläsern, den dicken Ringen an den Fingern und dem auffälligen Amulett wirkt er auch nicht gerade wie ein typischer deutscher Rentner. „Ich war immer ein Lebenskünstler“, erzählt er denn auch.

174 Menschen leben in dem 1795 am Dammtor als „Freimaurer-Krankenhaus“ gegründeten Haus. 1885 kam der Umzug an den Kleinen Schäferkamp. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Klinik unter Geschäftsführer Cäsar Wolf zu einer der besten Hamburgs.

Blühende Rosen erfreuen die Bewohner des Altenheims.
Blühende Rosen erfreuen die Bewohner des Altenheims.
Foto: Florian Quandt

Dann kamen die Nazis an die Macht. Sie drängten den Freimaurer und Juden aus der Klinik, er verlor sein Lebenswerk. Der 59-Jährige erschoss sich am 13. Mai 1933 direkt vor seinem Krankenhaus auf dem Kleinen Schäferkamp. Ein Stolperstein erinnert an ihn.

1984 wurde die Klinik in ein Altenheim umgewandelt und 2008 entstand der große Neubau mit dem idyllischen Park. Er ist eigentlich privat, aber wer nett fragt, darf ihn gerne besichtigen.

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