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Speiseröhren-Krebs: Wenn Sodbrennen bösartig wird

Malermeister Norbert Offermann hatte jahrelang Sodbrennen – akuter Schmerz, als er eine Möhre aß, trieb ihn zum Arzt. Dort erhielt der 56-Jährige den Befund: Speiseröhrenkrebs!
Malermeister Norbert Offermann hatte jahrelang Sodbrennen – akuter Schmerz, als er eine Möhre aß, trieb ihn zum Arzt. Dort erhielt der 56-Jährige den Befund: Speiseröhrenkrebs!
Foto: Uwe Weiser

Malermeister Norbert Offermann ist groß und schlank, sehr schlank. Mit 56 Jahren nur 69 Kilo zu wiegen bei 1,83 m Körpergröße ist die einzige Auffälligkeit, die auf die überstandene schwere Erkrankung des Kölner Handwerkers hindeutet – Speiseröhrenkrebs.

Fünf Fälle je 100 000 Einwohner gibt es – Tendenz steigend. In der Statistik der tödlichen Krebsformen beim Mann steht das Karzinom des 25 bis 30 cm langen Muskelschlauchs an 10. Stelle.

Die Tumore entstehen, weil sich nach vielen Jahren hartnäckigen Sodbrennens die Zellen der Speiseröhre Richtung Mageneingang zu Tumorzellen umbauen. Oder der hochkonzentrierte Reiz von Kettenrauchen und/oder übermäßigem Alkoholkonsum schlägt sich nieder.

OP-Ziel ist Heilung

Die gute Nachricht: „Das Ziel einer Operation heißt Heilung“, so Prof. Arnulf Hölscher von der Uniklinik Köln, dem ersten Exzellenzzentrum für die sehr komplizierten Eingriffe bei Magen- und Speiseröhrenkrebs. An keiner anderen deutschen Klinik werden diese Operationen häufiger durchgeführt.

Ein kniffliges Spezialgebiet: Der Chirurg arbeitet in zwei getrennten Körperhöhlen, der Brust- und der Bauchhöhle.

Erst wird minimal-invasiv Magen oder Darm als Ersatzorgan für die Speiseröhre im Bauch vorbereitend umgeformt. Danach wird der vom Tumor befallene Teil der Speiseröhre herausgeschnitten und das Ersatzorgan durchs Zwerchfell aus dem Bauch hochgezogen und an die restliche Speiseröhre angenäht.

Norbert Offermann wurden der untere und mittlere Teil der Speiseröhre und ein Viertel des Magens entfernt, ein Jahr kostete es ihn neu essen zu lernen.

Sein dicker Tumor am Mageneingang fiel am 1. Oktober 2001 auf. „Ich hatte schon länger Schluckbeschwerden und dachte, weil ich mitten in der Meisterprüfung stand, das sei der Stress.

Dann habe ich mir vor der Arbeit eine Möhre aus dem Kühlschrank geholt, reingebissen und bekam plötzlich so akute Schmerzen im Oberbauch, dass mir sofort klar war: Das ist nicht mehr normal.“

Die sofortige Magenspiegelung zeigte einen dicken Tumor in der unteren Speiseröhre und am Mageneingang. Zwei große Narben – 25 cm quer über dem Bauchnabel, 15 cm zwischen den Rippen – erinnern daran.

Jetzt wurde bei dem Vater zweier Kinder wieder eine Vorstufe zu einem Tumor entdeckt. „Schlimmstenfalls blüht mir noch eine OP. Aber an der Uniklinik fühle ich mich da in guten Händen.“

Hier wird geholfen

Schluckstörungen, vermehrtes Sodbrennen sind die wichtigsten Symptome für Speiseröhrenkrebs. Sprechen Sie es beim Arzt an. Die Selbsthilfegruppe Speiseröhrenkrebs informiert auf www.speiseroehrenerkrankungen.de.

Spezialfragen zu OPs per E-Mail gerne auch direkt an arnulf.hoelscher@uk-koeln.de

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