Mit der Kälte kommt die Erkältung – oder? Jetzt schnell Vitamin C und Zink einnehmen, um vorzubeugen? Privatdozent Dr. Hans-Peter Hauber, Oberarzt an der Asklepiosklinik Altona und Facharzt für Atemwegs- und Infektionskrankheiten, klärt die größten Erkältungsirrtümer auf...
Das Vitamin aus Zitrusfrüchten gilt immer noch als bestes Mittel gegen Erkältungen – ein Irrtum: „Auch hoch dosierte Mengen schützen nicht“, so Hauber.
Auch das ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Hauber: „Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem am besten.“
Falsch! „Bei Studien mit Probanden, von denen einige warme, andere kalte Füße hatten, zeigten sich keine unterschiedlich hohen Risiken, krank zu werden“, erklärt Hauber. „Bei kaltem Wetter bekommen mehr Menschen eine Erkältung, weil die warme, trockene Luft in geheizten Räumen die Schleimhäute angreift und anfälliger macht. Außerdem vermehren sich Keime in solch einem Klima bestens.“
Auch das stimmt nicht unbedingt. „Wer angeniest wird, hat ein höheres Risiko“, so Hauber. „Aber durch Küssen wird keiner krank – die Viren werden im Magen zersetzt.“
Falsch: Die chemische Keule hilft gegen virale Infektionen wie Erkältung und Grippe nicht. „Antibiotika bringen nur dann etwas, wenn man zusätzlich eine bakterielle Infektion bekommt“, erklärt Hauber.
Ganz verkehrt – solange man es nicht zu lange nimmt, so Hauber. „Sprays sind vor allem in der Anfangsphase sinnvoll, damit die Schleimhäute abschwellen. Sonst kann das Sekret nicht abfließen, und Keime in den Nasenebenhöhlen können sich vermehren – eine Nasenebenhöhleninfektion ist dann oft die Folge.“ Aber Achtung: Länger als sieben Tage sollte man nicht sprühen – sonst tritt ein Gewöhnungseffekt ein und man braucht das Spray ständig.
...und erklärt Ihnen woran Sie erkennen, welche Krankheit Sie sich eingefangen haben
Eine Erkältung geht in der Regel mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit einher, gelegentlich kann es auch zu erhöhter Temperatur kommen. Sie kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher Viren verursacht werden und dauert in der Regel eine gute Woche.
Eine Grippe hingegen ist eine Infektion mit dem sogenannten Influenzavirus und verläuft wesentlich heftiger. Binnen weniger Stunden treten als typische Symptome hohes Fieber sowie starke Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen auf. Die Infektion dauert sieben bis 14 Tage, der Betroffene kann sich aber auch noch Wochen später erschöpft fühlen.
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