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„Zappelphilipp“: Neue Studie: ADHS-Diagnosen sind oft falsch

Bei auffallend vielen Kindern wird ADHS diagnostiziert. Oft sind diese Diagnosen falsch.
Bei auffallend vielen Kindern wird ADHS diagnostiziert. Oft sind diese Diagnosen falsch.
 Foto: Getty

Leiden „Zappelphilipp“ tatsächlich an ADHS? Bei weitem nicht, bestätigen Forscher der Ruhr-Uni in Bochum, was Experten schon lange vermuteten.

Bei Kindern und Jugendlichen werde viel zu häufig das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom diagnostiziert, warnen sie. Psychotherapeuten und Psychiater fällten ihr Urteil offensichtlich eher nach Faustregeln, statt sich an gültige Diagnosekriterien zu halten.

Die Wissenschaftler ließen Ärzte anhand von Fallgeschichten eine Diagnose erstellen. In drei von vier Fällen lag kein ADHS vor und trotzdem erklärten die Psychiater die jeweiligen Kinder oft für krank. Dabei lagen sie bei Jungen noch öfter daneben als bei Mädchen, sobald sie Symptome von motorischer Unruhe, mangelnder Konzentration oder Impulsivität zeigten.

Die ADHS-Diagnose sei inflationär geworden, kritisiert die Bochumer Studie. Von 1989 bis 2001 sei die Zahl der Fälle um fast 400 Prozent gestiegen, die Ausgabe von ADHS-Medikamenten habe sich von 1993 bis 2003 verneunfacht.

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