Keine Stimme mehr
Was außer Schweigen gegen Heiserkeit hilft
Wer längere Zeit heiser ist, sollte sich von einem Facharzt untersuchen lassen.
Foto: dpa
Wer längere Zeit heiser ist, sollte sich von einem Facharzt untersuchen lassen.
Foto: dpa
Auf der Party jeden Hit mitgegrölt. Im Stadion stimmgewaltig die Spieler angefeuert. Da muss sich keiner wundern, wenn am nächsten Tag die Stimme wegbleibt. Heiserkeit ist meistens harmlos. Was man tun kann und wann man damit zum Arzt muss.
Oft ist sie Begleiterscheinung einer einfachen Erkältung oder auch nur das Ergebnis allzu lauten Jubels. Heiserkeit ist in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Auch zu langes, lautes Sprechen oder Singen kann vorübergehend heiser machen. Doch spätestens, wenn sich nach drei bis vier Wochen die Beschwerden nicht gebessert haben, ist ein Besuch beim Facharzt angesagt.
Veränderungen an den Stimmbändern
„Längere Heiserkeit kann zum Beispiel auf Veränderungen an den Stimmbändern hinweisen“, sagt Dirk Heinrich, Präsident des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Neumünster. „Die Veränderungen können, müssen aber nicht bösartig sein.“ Präzise Untersuchungen können dem Arzt Aufschluss über die Ursache der Erkrankung geben. Unter anderem helfen Endoskope, den Beschwerden auf den Grund zu gehen, ohne den Patienten übermäßig zu belasten.
„Angst vor einem Würgereiz bei der Untersuchung muss heutzutage niemand mehr haben“, beruhigt der Experte. Die Endoskope sind sehr klein, außerdem gibt es die Möglichkeit, durch die Nase zu untersuchen. Darüber hinaus kann der Bereich, wenn nötig, örtlich betäubt werden. „Man kann genau sehen, ob zum Beispiel eine falsche Sprechtechnik zur Fehlbelastung der Stimmbänder führt“, erläutert Heinrich. Wichtig sei, die Ursache frühzeitig zu entdecken.
Diese Tipps helfen gegen Heiserkeit
Bildergalerie ( 7 Bilder )
Diese Tipps helfen gegen Heiserkeit
Verspannung im Kehlkopf
Für manche Berufsgruppen ist die Stimme besonders wichtig. Jahrelange Erfahrungen in der Betreuung von Schauspielern, Sängern, TV- und Radio-Sprechern hat Alfred Rücker. „Oft ist Unsicherheit die Ursache für Verkrampfung oder Verspannung beim Sprechen“, sagt der Sprechtrainer. „Man wird heiser, wenn man etwas vorträgt, was man nicht begreift. Vorbereitung ist deshalb alles.“ Sonst entstehe eine körperliche Verspannung im Kehlkopf.
Foto: dpa
Atmungs- und Artikulationsübungen
Auch Atmungs- und Artikulationsübungen können zur Entspannung und einer klaren Stimme beitragen und damit der Heiserkeit entgegenwirken. Dazu empfiehlt der Sprechtrainer Alfred Rücker, bei geschlossenem Mund ein Nasenloch zuzuhalten und durch das andere langsam Luft einzuziehen. „Dabei merkt man erst, wie das Zwerchfell arbeitet und die für die Artikulation wichtige Muskulatur bewegt wird.“
Foto: dpa
Gurgeln und Kauen zum Aufwärmen
„Jeder weiß und akzeptiert, dass sich ein Sportler vor dem Wettkampf warm und locker machen muss. Das sollte auch für einen Sprecher gelten.“ Zum Entspannen könne beispielsweise Gurgeln beitragen. Auch könne man Kauübungen machen, bei denen man Worte formt.
Foto: dpa
Nicht Räuspern
Schädlich für die Stimme ist häufiges Räuspern: „Das macht die Stimmbänder nur trocken und reizt noch mehr.“ Stattdessen empfiehlt der Sprechprofi, immer ein Glas Wasser parat zu haben. Außerdem sollte nur so viel Luft eingeatmet werden, wie für einen Gedanken benötigt werde.
Foto: dpa
Schweigen ist Gold
Doch wenn trotz aller Vorbeugung und Übung die Stimme wegbleibt, ist nach den Erfahrungen der Ärzte Schweigen die beste Erste Hilfe.
Foto: dpa
Diät für den Kehlkopf
Neben dem Tipp, möglichst wenig zu sprechen, empfehlen die Fachleute eine „Kehlkopfdiät“: nicht rauchen oder Alkoholkonzentriertes trinken, scharf gewürzte Speisen meiden, auf stark gekühlte als auch erhitzte Getränke verzichten und nicht zu heiß essen.
Foto: dpa
In der Regel wissen die Betroffenen, woher ihre Heiserkeit stammt. Sie haben ihre Stimme übermäßig strapaziert, auf einer Party lauthals mitgesungen oder beim Fußball mit vollem Stimmeinsatz die Mannschaft unterstützt. Ein paar Tage hört man das beim Sprechen. Wenn sich die Beschwerden nach drei bis vier Wochen nicht gebessert haben, sollte jedoch ein Facharzt auf die Stimmbänder schauen. Welche Tipps gegen Heiserkeit helfen oder dieser gar vorbeugen können, lesen Sie in der Bilderstrecke.
Foto:
dpa
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
„Früh erkannt, können wir heute fast alle Kehlkopfkrankheiten heilen, selbst Kehlkopfkrebs“, betonte der Schweizer Professor Joseph Sopko auf einer Fortbildungsveranstaltung für HNO-Ärzte in Mannheim. Heiserkeit sei keine Krankheit an sich, sondern nur ein Symptom, vergleichbar mit anderen Symptomen wie Schmerz, Juckreiz oder Schwindel. So könne der Stimmverlust Anzeichen für eine Entzündung des Kehlkopfes sein - oder auch für Kehlkopfkrebs, an dem jährlich in Deutschland etwa 3000 Menschen erkranken.
Stumm vor Angst und Aufregung
Sogar akuter oder chronischer psychischer Stress könne mitunter Heiserkeit auslösen, sagte Sopko. Angst und Aufregung, Depressionen und sogar Liebeskummer könnten Menschen regelrecht verstummen lassen. „Die Stimme ist auch ein Spiegelbild der Seele.“
In der täglichen Praxis von HNO-Arzt Heinrich überwiegt die Zahl der Patienten mit gutartigen Halserkrankungen. Dazu zählen auch viele Menschen, die berufsbedingt viel sprechen oder singen müssen - unter ihnen Schauspieler, Sänger und Radio- und Fernsehmoderatoren.
Welche Tipps gegen Heiserkeit helfen oder dieser gar vorbeugen können, lesen Sie in der Bilderstrecke oben.
So schützen Sie sich vor einer Erkältung
Bildergalerie ( 12 Bilder )
So schützen Sie sich vor einer Erkältung
1. Gute Ernährung, gesunde Ernährung und viel Schlaf
Es gibt drei Grundmaßnahmen, die einer Erkältung vorbeugen. So sollte man sich insbesondere in dieser Jahreszeit ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen. Besonders wichtig zur Vorbeugung einer Erkältung ist auch ein ausreichender, erholsamer Schlaf.
Foto: dpa
2. Viel Trinken – insbesondere Tee (1/2)
Viel trinken kann in der kalten Jahreszeit helfen, Erkältungen vorzubeugen. So lässt sich verhindern, dass die Schleimhäute austrocknen und ihre Schutzfunktion vor Krankheitserregern verlieren. Am besten sind Kräutertees, sagt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg. „Ein Kräutertee zur Vorbeugung sollte vor allem Schleimstoffe oder Saponine sowie antivirale und antibakterielle ätherische Öl liefern.“
Foto: dpa
2. Viel Trinken – insbesondere Tee (1/2)
Schleimstoffe und Saponine bilden einen Schutzfilm über den Schleimhäuten, ätherische Öle wirken antiviral und antibakteriell. Die Eibischwurzel etwa enthält laut Mayer viele Schleimstoffe, die Süßholzwurzel Saponine. Die Öle sind zum Beispiel in Thymian oder Pfefferminze enthalten. „Man kann also – je nach Geschmacksvorlieben – Eibisch oder Süßholz mit Thymian oder Pfefferminze mischen“, sagt der Wissenschaftler. Der Tee sollte mehrfach am Tag nicht zu heiß und langsam getrunken werden, damit er seine Wirkung entfalten kann.
Foto: dpa
3. Kontakt mit Erkälteten vermeiden
Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Sie – wenn möglich – den Kontakt mit Erkälteten meiden (zum Beispiel in überfüllten Wartesälen zur Winterzeit). Erreger einer Erkältung können sich durch Husten oder Niesen in der Luft verteilen und haften daher auch auf Gegenständen. Berühren andere Menschen diese Dinge, können die Erreger wiederum über ihre Hände in die Atemwege der nächsten Person gelangen. Außerdem sollten Sie nicht aus Tassen oder Flaschen trinken, aus denen bereits eine andere Person getrunken hat.
Foto: dpa
4. Regelmäßig die Hände waschen
Vor allem in der Erkältungssaison sollten Sie auf regelmäßiges Händewaschen mit Seife achten. Wasser und Seife töten Viren zwar nicht, aber sie waschen sie effektiv weg.
Foto: dpa
5. Fußbad stärkt die Selbstheilungskräfte
Mit einem Fußbad lassen sich die Selbstheilungskräfte des Körpers wecken. Benötigt werden dafür zwei Fußwannen oder -schüsseln. Zuerst werden die Füße etwa 8 bis 12 Minuten lang in einer Wanne mit 39 Grad heißem Wasser gebadet. Danach werden die Füße einige Sekunden lang in kaltes Wasser getaucht. Anschließend trocknet man die Haut gut ab, zieht Wollsocken an und legt sich für 20 Minuten ins warme Bett.
Foto: dpa
6. Saunagänge stärken die Immunabwehr
Regelmäßige Saunagänge halten die Immunabwehr des Körpers fit und tragen so dazu bei, dass sich Erkrankungen wie die Erkältung leichter abwehren lassen. Wenn Sie gerade eine akute Erkältung oder sogar eine Grippe haben, wirken sich Besuche der Sauna dagegen negativ aus.
Foto: dpa
7. Vorsicht vor kalten Klimaanlagen
Trotz moderner Klimaanlagen ist es in Bahn oder Flugzeug häufig zu kalt. Zudem trocknet die Luft der Klimaanlage die Schleimhäute aus, so dass Erkältungsviren leichter angreifen können. Deswegen sollte man auf einer Reise immer einen dicken Pullover mitnehmen – und viel trinken.
Foto: dpa
8. Überheizte Räume sind problematisch
Auch wenn es draußen kalt ist, sollte man die Heizung nicht die höchste Stufe stellen. Die Heizungsluft sorgt für trockene Schleimhäute. Der feucht-schleimige Schutzschild in unserer Nase, von dem Viren im Idealfall abgefangen werden, funktioniert dann nicht mehr richtig. Wer zu lange im heißen Kämmerlein sitzt, schwächt so sein Immunsystem.
Foto: dpa
9. Grippeimpfung hilft nicht
Mit einer Grippeschutzimpfung können Sie Erkältungen nicht vorbeugen: Diese Impfung schützt nicht vor einer Erkältung, sondern nur vor der echten Grippe – einer plötzlichen, fieberhaften, nicht selten auch lebensbedrohlichen Erkrankung, die durch Influenza-Viren entsteht.
Foto: dpa
10. Viel Vitamin C hilft nicht
Die langjährige Vermutung, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin C vor Erkältungen schützt, hat sich in Studien nicht bestätigt.
Mit dem Beginn der nass-kalten Jahreszeit steigt wieder das Erkältungs-Risiko. Wir geben Tipps, wie Sie sich vor Schnupfen, Husten, Heiserkeit schützen können.
Foto:
dpa
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Auch interessant