Gesund & Fit
Lebe ich gesund? Wie schütze ich mich gegen Grippe und Erkältung? Infos zu Krankheiten und Fitnesstrends

Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 

Yersinien: Tückischer Darmkeim steckt in rohem Fleisch

Brötchen mit rohem Mett können krankmachende Keime wie Yersinien enthalten.
Brötchen mit rohem Mett können krankmachende Keime wie Yersinien enthalten.
Foto: dpa-tmn

Salmonellen kennen alle. Von Yersinien dagegen hat kaum jemand gehört. Dabei löst der Erreger, übertragen durch rohes Fleisch, ähnlich oft Magen-Darm-Infektionen aus. Und der Keim kann schwere Folgeerkrankungen wie Hirnhaut- oder Herzmuskelentzündungen verursachen.

Erst tagelang Durchfall und Magenschmerzen, dann ohne ersichtlichen Grund stark schmerzende Kniegelenke. Was die Ursache für seine Beschwerden war, war dem jungen Mann ebenso wenig klar wie die Tatsache, dass das eine Symptom mit dem anderen zu tun hat. Sein Hausarzt, den er wegen der Gelenkschmerzen aufsuchte, überwies ihn an einen Rheumatologen. Der fand schließlich den Grund: Der Patient hatte sich mit Yersinien infiziert.

Der Erreger gehört zur Familie der Darmbakterien. „Es gibt mehr als zehn Yersinienarten, von denen einige beim Menschen Krankheiten hervorrufen können“, erläutert Karsten Nöckler vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin. Am gefährlichsten sei Yersinia pestis - der Erreger der Pest, der vor allem von Rattenflöhen übertragen wird und bei einer Infektion unbehandelt oft zum Tod führt. „Er spielt heute aber weltweit eine geringe Rolle und gilt in Europa als ausgerottet.“ Bedeutender ist Yersinia enterocolitica.

Hackepeter und blutiges Steak

Dieser Erreger, der auch den jungen Mann erwischte, führt zur intestinalen Yersiniose, einer der häufigsten bakteriellen Magen-Darm-Infektionen in Europa. Er wird wie sein pesterregender Verwandter vom Tier auf den Menschen übertragen. Als Wirt fungieren in der Regel Schweine, aber auch andere Haus- und Nutztiere. Allerdings erfolgt die Ansteckung selten über den direkten Kontakt.

„Die meisten der Betroffenen infizieren sich über verunreinigte Lebensmittel, im Speziellen über rohes oder unzureichend gegartes Schweinefleisch“, sagt Prof. Jürgen Heesemann vom Lehrstuhl für Bakteriologie der Universität München. Hackepeter und blutiges Steak sind also in jedem Fall mit Vorsicht zu genießen. Möglich ist die Infektion auch über verunreinigtes Wasser, Milchprodukte, Gemüse und Salate.

Heftiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen

Wenn jemand den Erreger aufgenommen hat, bricht die Yersiniose in der Regel nach drei bis sieben Tagen aus. Sie zieht Entzündungen der Darmwand und der Schleimhaut des Dünn- und Dickdarms nach sich. Außerdem können sich entzündliche Lymphknotenschwellungen im Dünndarm entwickeln. „Die Symptome sind heftiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Fieber“, erklärt Heesemann.

Gut durchgebraten sind Steaks kein Gesundheitsrisiko, blutig schon.
Gut durchgebraten sind Steaks kein Gesundheitsrisiko, blutig schon.
Foto: dpa-tmn

Der Nachweis einer Infektion ist im akuten Anfangsstadium über eine Stuhlprobe möglich, später durch Antikörper im Blut. Normalerweise beschränken sich die Beschwerden auf den Magen und Darm und verschwinden nach einigen Tagen. In wenigen Fällen werden sie chronisch, oder es kommt zu Folgeerkrankungen an anderen Körperorganen. „Das ist in der Regel nur bei Patienten mit einem erhöhten Infektionsrisiko wie kleinen Kindern, Senioren oder Personen mit einer geschwächten Immunabwehr der Fall“, sagt Nöckler.

Bakteriell ausgelöste Gelenkentzündung

Zu den Komplikationen gehören Hirnhaut- und Herzmuskel-Entzündungen sowie Blutvergiftungen. Außerdem kann die Infektion Autoimmunerkrankungen auslösen. „Die Yersiniose kann zum Beispiel das Entstehen einer Hautveränderung namens Erythema nodosum nach sich ziehen“, erklärt Martin Aepfelbacher, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Unterhautfettgewebes, die mit schmerzhaften roten Knötchen einhergeht.

Ebenfalls immer wieder beobachtet wird eine reaktive Arthritis, also eine bakteriell ausgelöste Gelenkentzündung. „Sie betrifft vor allem die Knie- und Sprunggelenke und manifestiert sich durch Rötung, Erwärmung, Schwellung, Bewegungsbeeinträchtigung und Schmerzen“, erklärt Heesemann. In den meisten Fällen klinge sie nach spätestens einem bis vier Monaten wieder ab. (dpa)

Auch interessant
Weitere Meldungen Gesund & Fit
Zeigt her eure Füße: Haut und Knochen tut es gut, auch mal ohne Schuhe unterwegs zu sein.

Mut zu mehr Nacktheit: Wer die Schuhe auslässt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Das stärkt nicht nur die Muskulatur und hilft gegen Fehlstellungen - Barfußlaufen ist auch eine sinnliche Erfahrung. Erleben lässt sich das in Barfußparks.  mehr...

Functional Training muss nicht im Studio stattfinden. Ketten wie Fitness First bieten die Übungen auch im Freien an.

Sportfans aufgepasst: Der aktuelle Fitnesstrend heißt „Functional Training“, also Übungen mit dem eigenen Körpergewicht und Hilfsmitteln wie Rundhanteln. Das ist zwar ein alter Hut, aber trotzdem nach wie vor wirksam. Trainiert werden so ganze Muskelgruppen.  mehr...

Es kribbelt und es brennt: Wer schon mal Herpes hatte, merkt meist schnell, wenn ein neuer Ausbruch bevorsteht.

Sie sehen hässlich aus und kribbeln und brennen unangenehm – die Bläschen, die bei Lippenherpes entstehen. Ein Mittel gegen das Virus gibt es bislang nicht. Macht sich Herpes an der Lippe bemerkbar, kann man jedoch einiges tun, um die Ausbreitung zu begrenzen.   mehr...

Abnehmen mit Fitmio
Gesundheit von A-Z

Quelle: Onmeda

Selbsttest
Onmeda

Bestimmen Sie Ihr tatsächliches Alter!

Ihr Alter (in Jahren)
Ihr Gewicht (in kg)
Ihre Körpergröße (in cm) Berechnen Sie Ihr biologisches Alter