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Immobilien: Ohne Moos ins Eigenheim

Der Traum vom eigenen Heim lässt sich auch mit wenig Geld wahr machen.
Der Traum vom eigenen Heim lässt sich auch mit wenig Geld wahr machen.
Foto: dpa

Kein Geld - aber trotzdem den Wunsch nach Wohneigentum? Auch für ärmere Haushalte kann der Traum von den eigenen vier Wänden wahr werden. Experten erklären, worauf Sie achten müssen.

Wohneigentum ist in Deutschland beliebt. Vor allem die niedrigen Zinsen verlocken viele zum Immobilienkauf. Auch Haushalte, die sich normalerweise kein Eigentum leisten könnten, finden nun Gefallen an den eigenen vier Wänden. Doch Vorsicht: Genau diese sogenannten Schwellenhaushalte könnten Probleme bekommen, wenn die Zinsen wieder steigen.

Ehrlich kalkulieren

„Schwellenhaushalte haben zwar ein geregeltes Einkommen und können ihren Verpflichtungen nachkommen“, erklärt Max Herbst von der unabhängigen FMH Finanzberatung in Frankfurt am Main. Große Rücklagen gibt es bei diesen Haushalten allerdings nicht. Beim Immobilienkauf ist das ein Problem. Denn jeder geliehene Euro erhöht das Verschuldungsrisiko.

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Aber auch wenn der Markt boomt und die Zinsen reizen, ohne eine ehrliche Kalkulation geht es nicht. Einen Richtwert, wie viel eigenes Geld nötig ist, gibt es nicht. Verbraucherschützer raten zu 20 bis 30 Prozent Eigenkapital. Auch die Extra-Kosten beim Kauf, wie Notar oder Makler, sollte der Kaufinteressent selbst bezahlen können. Das wären etwa zehn Prozent der Kaufsumme.

Finanzierung ohne eigenes Kapital

Aber auch ohne jegliches Eigenkapital ist eine Finanzierung möglich. Es gibt Banken, die finanzieren ein Objekt sogar komplett. Es wird nur deutlich teurer, denn die Bank packt einen Risikoaufschlag oben drauf. „Die Zinsen bei der 100-Prozent-Finanzierung liegen dann nicht bei 2,9 Prozent, sondern bei 4 Prozent oder mehr“, sagt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen.

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Die Kreditrate, die monatlich an die Bank gezahlt werden muss, setzt sich aus den Zinsen und der Tilgung zusammen. Die Tilgung baut die Schulden ab. Problematisch kann bei einem knappen Budget eine zu niedrige Tilgungsrate sein. „Wer eine 1-prozentige Tilgung wählt, was bei vielen Bankangeboten üblich ist, muss wissen, dass er nach 10 Jahren immer noch rund 90 Prozent an Restschuld hat“, sagt Alexander Nothaft vom Verband der Privaten Bausparkassen in Berlin. Das heutige Zinsniveau dürfe niemanden leichtsinnig werden lassen. „Man muss eine Finanzierung dauerhaft stemmen können. Die Summe aus Zins und Tilgung sollte 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens nicht übersteigen.“

Vorsicht bei den Zinsen

Damit man die niedrigen Zinsen so lange wie möglich auskosten kann, ist es wichtig, diese länger festzuschreiben. „Ich empfehle eine Zinsbindung von 15 oder sogar 20 Jahren“, sagt Max Herbst. Die kostet zwar gut ein halbes Prozent mehr Zinsen, bringt aber einen wichtigen Vorteil. „Vom 11. bis 15. Jahr hat der Schuldner das Recht, den Kreditvertrag vorzeitig kostenfrei zu kündigen“, sagt Herbst. So bleiben 5 Jahre Zeit, nach einer fortführenden Finanzierung zu suchen. Ein Vergleich zwischen mehreren Anbietern kann sich lohnen.

Mein Haus, meine Schlüssel: Günstige Zinsen verlocken.
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Foto: dpa

Wenn die Zinsbindung ausläuft, ist nämlich meistens noch viel Kredit übrig. Man muss sich um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Das ist der Knackpunkt beim Immobilienkauf durch Schwellenhaushalte. „Wenn mit einem höheren Zins die Anschlussfinanzierung gemacht werden muss, kann das schwierig werden“, sagt Hartmut Schwarz. Das gilt vor allem dann, wenn zu wenig getilgt wurde und die Restschuld noch sehr hoch ist. Die monatliche Rate an die Bank kann genauso steigen wie der Zins und entsprechend plötzlich ein paar hundert Euro mehr betragen.

Flexibel bleiben

Schwellenhaushalte sollten darauf achten, dass ihr Kreditvertrag flexibel ist. Heike Nicodemus von der Stiftung Warentest sagt: „Wichtig ist eine anpassungsfähige Gestaltung des Vertrags, damit man, falls sich die Lebenssituation ändert, die Rate verändern kann.“ Auch ein Sondertilgungsrecht sollte man sich einräumen lassen. Mit diesen Zahlungen außer der Reihe kann man die Schulden schneller senken.

Neben den Kosten für den Kredit sollte man auch den finanziellen Aufwand für die Immobilie nicht unterschätzen. „Es ist nicht nur die Kreditrate, die zum Tragen kommt, sondern auch der Unterhalt für das gekaufte Objekt. „Strom, Wasser, Müll und die Rücklagen müssen miteinkalkuliert werden“, sagt Heike Nicodemus. Verbraucherschützer Hartmut Schwarz rechnet dafür mit 3,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat.

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