Fußball
Berichte und Interviews rund um den Fußball der Ersten und Zweiten Bundesliga

MOPOSportFußball
Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 

Zwei Tage nach Boateng-Eklat: Neuer Rassismus-Vorfall schockt Italien

Zweikampf zwischen Lazios Mauri und Cagliaris Dario Del Fabro.
Zweikampf zwischen Lazios Mauri und Cagliaris Dario Del Fabro.
Foto: dpa

Nur zwei Tage nach der konsequenten Aktion von Kevin-Prince Boateng gegen Fremdenhass haben Rassismus-Vorfälle den Fußball in Italien erneut überschattet.

Beim Serie-A-Spiel zwischen Lazio Rom und Cagliari Calcio (2:1) beschimpften die gefürchteten Ultras des Hauptstadtklubs, der mit Nationalspieler Miroslav Klose aufgelaufen war, den dunkelhäutigen Gästespieler Victor Ibarbo. Aus der Kurve der Lazio-Anhänger ertönten in der ersten Halbzeit Pfiffe und hämische Rufe gegen den Kolumbianer. Daraufhin wandte sich Cagliaris Generaldirektor Luciano Marroccu an den Schiedsrichter und drohte mit dem Abzug der Mannschaft, sollten die Pfiffe nicht verstummen.

Ibarbo versicherte allerdings, dass er das Spielfeld nicht verlassen werde, selbst wenn die Schmährufe anhalten sollten. Daraufhin wurde das Match fortgesetzt.

Der gebürtige Berliner Boateng hatte am Donnerstag im Testspiel gegen Pro Patria anders gehandelt und in der 26. Minute das Spielfeld verlassen, weil er und seine dunkelhäutigen Teamkollegen wiederholt von gegnerischen Fans mit Affenlauten verhöhnt worden waren. Die Partie wurde abgebrochen, weil auch Boatengs Mitspieler aufhörten zu spielen.

Lazio-Boss verteidigt Fans

Im Nachrichtendienst Twitter bezeichnete Boateng die Zwischenfälle in Rom am Sonntag als „sehr traurig“. Marroccu sprach von „verwerflichen Vorfällen“. Er habe den Schiedsrichter angesprochen, weil die Rufe zu laut geworden seien. „Aber den Beschluss über den Abbruch des Spiels muss der Schiedsrichter fällen“, sagte der Manager von Cagliari.

Lazio-Präsident Claudio Lotito hielt sich mit Kritik an den eigenen Anhängern zurück. „Unsere Fans sind keine Rassisten. Wir haben auch einige dunkelhäutige Spieler in unseren Reihen. Wir können nicht jeden einzelnen Fan kontrollieren“, sagte Lotito: „Ich denke, dass die Fan-Gemeinschaft insgesamt bewertet werden muss, und unsere Fan-Gemeinschaft ist intakt. Einige wenige Rassisten können nicht das Gesamtbild beeinflussen.“

Auch interessant
comments powered by Disqus
Weitere Meldungen Fußball
Sieben Tore gegen den AS Rom. Der FC Bayern feierte in Rom eine Fußball-Gala.

Der 7:1-Sieg des FC Bayern gegen den AS Rom war eine fußballerische Darbietung der Extra-Klasse. Auch in den internationalen Medien werden die Bayern gefeiert. Wir haben die Pressestimmen gesammelt.  mehr...

Klaas-Jan Huntelaar köpft Lissabons Jonathan Silva den Ball ins Gesicht. Dafür gab es Elfmeter.

Es war eine Fehlentscheidung, die dem FC Schalke einen Last-Minute-Sieg gegen Sporting Lissabon ermöglichte. Jetzt fordert ausgerechnet Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar den Videobeweis.  mehr...


Nach dem famosen 7:1 beim AS Rom ist der FC Bayern im Vatikan von Papst Franziskus zu einer Privataudienz empfangen worden.  mehr...







Abnehmen mit Fitmio