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Schalke gegen Dortmund: Provokateur Großkreutz spielt gegen seinen Erzfeind

Trifft heute auf seinen Erz-Rivalen: Kevin Großkreutz
Trifft heute auf seinen Erz-Rivalen: Kevin Großkreutz
Foto: dapd

Der Pott kocht. Schalke gegen Dortmund - das Ur-Derby der Kult-Klubs. Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb. Ein gewaltiges Fußball-Spiel, das Emotionen freiwerden lässt, die es sonst in keinem Duell gibt.

Aber diesmal ist es noch etwas pikanter. Denn über dem Pott schwelt seit drei Jahren ein Konflikt, der nicht abebben will. Es geht um Kevin Großkreutz (23) und sein spezielles Verhältnis zu Schalke.

Im Sommer 2009 verkündete der BVB-Star in einem Interview: „Ich hasse Schalke wie die Pest.“ Dann flachste er über sein „Feindbild Nummer eins“: „Wenn mein Sohn Schalke-Fan wird, kommt er ins Heim.“ Lustig, vielleicht.

Wenn da nicht der Vorfall vom 19. September 2009 wäre, als der BVB in der Westfalenhalle sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hat. Und wieder war Großkreutz mittendrin im Gewühl.

In einem Einsatzbericht der Dortmunder Polizei, der dem EXPRESS vorliegt, heißt es, dass der Profi durch einen „unfassbaren Auftritt“ die gefährliche Lage noch einmal „drastisch verschärft“ habe.

Um Mitternacht habe Großkreutz, so heißt es in dem internen Bericht, den Ordnungsdienst um Zutritt zur Bühne gebeten, „weil er einige Worte an die Fans richten wollte“. Dann fing er jedoch an, „per Mikro lauthals übelste Schalke-Hass-Lieder zu grölen“, wird ein Beamter zitiert. Er habe daraufhin Dortmunds Fanbeauftragten, Herrn Volke, aufgefordert, den Auftritt zu unterbinden.

Ex-Schalker wie Fürths Asamoah sind Großkreutz ein Dorn im Auge.
Ex-Schalker wie Fürths Asamoah sind Großkreutz ein Dorn im Auge.
Foto: dpa

Danach, so der Beamte, sei die Stimmung eskaliert. Rund 200 gewaltbereite Ultras hätten die Beamten aus der Halle getrieben.

Wörtlich heißt es: „Ich hatte den Eindruck, eine dunkle Welle rollt auf die Kollegen zu. Nur dem glücklichen Umstand, dass die Türen sich schnell öffnen ließen, haben die Beamten es zu verdanken, dass sie..... eventuell nicht ihr Leben verloren hätten. Die Beamten wurden getreten, geprügelt, beworfen mit allem, was sie greifen konnten.“

Auf Schalke will man die Provokationen nicht mehr hinnehmen. Klub-Boss Clemens Tönnies verurteilte Großkreutz kürzlich zu einem Hassprediger. „Man sollte nicht verkennen, dass das, was Kevin Großkreutz macht, für das Verhältnis unter den Fans höchst problematisch ist“, erklärte der Fleischproduzent.

Prompt kam der Konter aus Dortmund. „Peinlich“ sei es, was der Kollege da sage, erklärte BVB-Geschäftsführer Hans Joachim Watzke und sprang Großkreutz damit an die Seite. Das irritiert Schalke. Emotionen – klar, die gehören doch zu einem lebendigen Derby. Aber provokante Thesen eines Spielers – das ginge dann doch zu weit.

Tönnies zeigt sich besorgt über die zunehmende Gewaltbereitschaft der Fans. Es hätte zur Folge, „dass der Fußball kaputt- geht. Wir müssen das stoppen. Und zwar sofort“, sagte er kürzlich in einem EXPRESS-Interview und forderte einen Runden Tisch aller Beteiligten.

Großkreutz hat sich nach seinem Zusammenstoß mit Schalkes Ex-Spieler Gerald Asamoah einen Maulkorb umgehangen. Der BVB-Star soll den jetzigen Fürther nach dem Abpfiff des Pokalspiels rassistisch beleidigt haben, Großkreutz distanzierte sich davon und ist seitdem ungewohnt still.

Vor dem Derby der Kult-Klubs das beste Mittel, um nicht noch mehr Glut ins Feuer zu werfen.

Die Polizisten, die in der Nacht zum 20. September um ihr Leben rannten, würden es begrüßen, wenn es dabei bliebe…

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