Comeback als Trainer bei Hertha

König Otto lacht wieder: Seine besten Sprüche

Von THOMAS WOLFER und DOMINIK KORTUS

Das Blitzlichtgewitter genoss Otto Rehhagel wie in alten Zeiten, sein ironischer Wortwitz zündete und sein Ehrgeiz ist ungebrochen: Als hätte er die große Fußball-Bühne nie verlassen, hat „König Otto“ seine Regentschaft in der Hauptstadt angetreten.

Raus aus dem Ruhestand, rein in den Abstiegskampf: Otto Rehhagel bei seiner Vorstellung.
Raus aus dem Ruhestand, rein in den Abstiegskampf: Otto Rehhagel bei seiner Vorstellung.
Foto: dpa

Der Altmeister schwor mit deutlichen Worten die kriselnde Hertha auf den Abstiegskampf ein und nahm seine Profis in die Pflicht. „Wir werden das schaffen, aber nur gemeinsam. Unnötige Kriegsschauplätze müssen alle außen vor bleiben. Ich rede nur noch über Fußball. Es sind noch zwölf Spiele zu spielen. Die drei Monate ist an nichts anderes mehr zu denken“, sagte Rehhagel bei seiner Präsentation, einen Tag nach der 0:1-Pleite gegen Dortmund.

Der gebürtige Essener sprühte vor Tatendrang und überraschte mit seiner Aussage, möglicherweise auch in der kommenden Saison weiter in der Bundesliga zu arbeiten. „Ich bin fit, ich weiß, was hier gefragt ist: Attack, Attack – Go!“

Ottos besten Sprüche:

„Ich biete mich nirgendwo an – außer bei meiner Frau“

Der frühere Meistermacher von Werder Bremen und des 1. FC Kaiserslautern zeigte sich gewohnt kampfeslustig. „Das wird eine spannende Zeit. Ich habe es deswegen gemacht, weil Berlin ein besonderer Ort ist und ich möchte, dass Hertha in der Bundesliga bleibt“, sagte Rehhagel, der von 1963 bis 1966 schon als Spieler für die Berliner aktiv war.

Hoch die Schale! In Bremen wurde Otto Rehhagel (M.) zu „König Otto“. Von 1982 bis 1995 schwang er das Zepter an der Weser und holte zwei Meistertitel.
Hoch die Schale! In Bremen wurde Otto Rehhagel (M.) zu „König Otto“. Von 1982 bis 1995 schwang er das Zepter an der Weser und holte zwei Meistertitel.
Foto: Witters

Ab morgen wird der ehemalige Verteidiger das Training bei der „alten Dame“ leiten und vier Tage später mit seinen Assistenten René Tretschok und Ante Covic im Spiel bei Mitaufsteiger FC Augsburg erstmals auf der Bank sitzen. Rehhagel bei der Hertha. Es wird eine Zusammenarbeit mit vielen Fragezeichen. Es gibt nicht wenige Hertha-Experten, die die Wahl von Manager Michael Preetz anzweifeln.

Kann Otto die Hertha retten? Rehhagel will allen beweisen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört: „So lange ich lebe, will ich Spannung haben.“ Deswegen musste er auch nur eine Nacht über das Hertha-Angebot schlafen – und sich das Okay von seiner geliebten Ehefrau Beate holen.

Man kann für „König Otto“ nur hoffen, dass es keine Fehlentscheidung war.

Die Fußballkarriere vom König Otto

Spielerstationen:
Trainerstationen:
Größte Erfolge:

TuS Essen (1957 – 1960)

RW Essen (1960 – 1963)

Hertha BSC (1963 – 1966)

K´lautern (1966 – 1972)

Saarbrücken (1972 –1973)

Offenbacher Kickers (1974 – 1975)

W. Bremen (1976)

Bor. Dortmund (1976 – 1978)

Arminia Bielefeld (1978 – 1979)

F. Düsseldorf (1979 – 1980)

W. Bremen (1981 – 1995)

Bayern München (1995 – 1996)

Kaiserslautern (1996 – 2000)

Griechenland (2002 – 2010)

Hertha BSC (2011)

Europameister 2004 mit Griechenland

deutscher Meister mit Werder Bremen (1988, 1993) und mit Kaiserslautern (1998)

Europapokal der Pokalsieger mit Bremen (1992)

DFB-Pokalsieger mit Bremen (1991, 1994) und mit F. Düsseldorf (1980)

Otto Rehhagel als Maler, Fußballer & Trainer:

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Datum:  20.2.2012
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