2:0-Sieg bei Hertha

Zweifelhafter Elfer ebnet Gladbach Weg ins Halbfinale

Die spielentscheidende Szene: Schiri Felix Brych zeigt Roman Hubnik die Rote Karte und gibt Elfmeter.
Die spielentscheidende Szene: Schiri Felix Brych zeigt Roman Hubnik die Rote Karte und gibt Elfmeter.
Foto: Bongarts/Getty Images

Gladbach ist auch im DFB-Pokal in dieser Saison nicht zu stoppen! Mit einem umstrittenen Foulelfmeter brachte Filip Daems die Fohlen im Viertelfinale bei Hertha BSC in Front (101.), Oscar Wendt beendete schließlich die Träume der Berliner vom ersten Endspiel im eigenen Stadion.

Dem Tabellenvierten reichte im „Gefrierschrank“ Olympiastadion eine durchschnittliche Leistung und die Hilfe von Schiedsrichter Felix Brych zum 2:0 (0:0)-Sieg nach Verlängerung gegen engagierte, aber glücklose Berliner. Den zweiten Treffer erzielte Oscar Wendt in der Nachspielzeit der Verlängerung (120.+2).

Pokal: Hertha gegen Gladbach

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Für hitzige Diskussionen sorgte die entscheidende Szene vor dem Elfmeter-Tor in der 101. Minute.

Der Gladbacher Igor de Camargo räumte Roman Hubnik im Hertha-Strafraum unsanft aus dem Weg, der fällige Pfiff von Schiri Felix Brych blieb aber aus, da er auf Vorteil entschied. Hubnik stand daraufhin auf und näherte sich de Camargo.

Die beiden gerieten mit den Köpfen aneinander, der Borusse ging theatralisch zu Boden. Brych zeigte Hubnik die Rote Karte und entschied auf Strafstoß, den Daems sicher zum 1:0 für die Gäste verwandelte – die Vorentscheidung!

„Ach, du großer Gott. Um Gottes Willen“, sagte Hertha-Trainer Michael Skibbe beim Studium der TV-Bilder der umstrittenen Szene und konnte sich nur schwer im Zaum halten: „Was der Schiedsrichter da gepfiffen hat, war die Krönung. Hier waren 50.000 Mann im Stadion, keiner hat das gesehen. Unglaublich, unfassbar. Jetzt hat Herr Brych wahrscheinlich gute Karten, hier auch das Endspiel zu leiten.“

So oder so: Auf Skibbe wird der Druck nach der vierten Pflichtspielniederlage unter seiner Leitung zunehmen.

In einer insgesamt schwachen ersten Hälfte hatten die deutlich aktiveren Gastgeber die erste halbe Chance, als Roel Brouwers einen Schuss von Stürmer Pierre-Michel Lasogga blockte (18.). Auf der Gegenseite kam Patrick Herrmann nach einer Flanke von Tony Jantschke frei zum Kopfball, setzte den Ball aber deutlich neben das Hertha-Tor (21.).

Nach gut einer halben Stunde kam Hertha immer besser ins Spiel. Rückkehrer Raffael traf mit einem 14-Meter-Schuss nur das Außennetz (30.), Lasogga scheiterte freistehend am glänzend reagierenden Marc-Andre ter Stegen (37.).

Nach der Pause hatte Hertha erneut mehr vom Spiel und nach gut einer Stunde auch die bis dato beste Chance. Ein Schuss von Peter Niemeyer klatschte an den Pfosten, ter Stegen wäre geschlagen gewesen. Beim Kopfball von Felix Bastians hatte der Schlussmann dann allerdings keine Probleme (71.).

Den Gladbacher Siegtreffer hatte der eingewechselte de Camargo 13 Minuten vor Schluss auf dem Fuß: Doch der Belgier legte sich den Ball zu weit vor. In der Verlängerung übernahmen zunächst die Gäste die Initiative. Bei der Hertha erhöhte sich die Fehlerquote.

Die größte Chance zum Ausgleich vergab der eingewechselte Adrian Ramos, der aus 14 Metern deutlich über das Tor schoss (119.).

Borussia-Trainer Lucien Favre nach dem Triumph an alter Wirkungsstätte: „Wir wussten, dass es extrem schwer wird. Wir haben nicht so gut gespielt. Hertha war extrem gefährlich, aber der Sieg war nicht unverdient. Den Elfmeter kann ich nicht beurteilen.“

Am 12. Mai würde er gerne wieder in die Hauptstadt reisen - dann steigt im Olympiastadion das Finale.

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Datum:  8.2.2012
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