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„Zu 99 Prozent Meister“: BVB: Die Rekordmeister- Rekordbesieger

So feiert eine echte Mannschaft die Titelverteidigung. Dortmund kann die Meisterschaft nur noch theoretisch vergeigen.
So feiert eine echte Mannschaft die Titelverteidigung. Dortmund kann die Meisterschaft nur noch theoretisch vergeigen.
Foto: Getty Images

Wenigstens Sebastian Kehl ließ sich ein wenig aus der Reserve locken. „Heute gehen wir alle mit einem Grinsen ins Bett“, sagte der Dortmunder Kapitän nach dem 1:0-Sieg über die Bayern.

Die 49. Bundesligasaison ist so gut wie entschieden. Vier Spieltage vor dem Ende beträgt der BVB-Vorsprung in der Tabelle komfortable sechs Punkte. „Dortmund holt den Titel. Sie lassen jetzt nichts mehr anbrennen“, prophezeite Franz Beckenbauer. Karl-Heinz Rummenigge ergänzte: „Der BVB wird zu 99 Prozent Meister.“ Doch feiern wollte noch keiner von den Schwarz-Gelben. Lieber wiesen alle pflichtbewusst auf das morgen anstehende Derby auf Schalke hin. „Wir bleiben schön in der Spur“, gab Trainer Jürgen Klopp als Motto aus. „Noch sind wir nicht durch, leider kann noch eine Menge passieren.“

Diese Einstellung hat die Borussia in der Saison so stark gemacht: Immer von Spiel zu Spiel denken. Seit 24 Partien ist der BVB nun schon ungeschlagen. So lange blieb bisher nur Bayer Leverkusen in einer Saison ohne Niederlage (2009/10).

Auch wenn sich die Borussen noch nicht vorzeitig zum achten Meistertitel gratulieren lassen wollten, sorgte eine Tatsache doch für stolze Gesichter beim Klopp-Team: Das 1:0 war schon der vierte BVB-Sieg in Folge gegen die großen Bayern. Dieses Kunststück war bisher nur Werder Bremen (1991 bis ’93) gelungen. Bei solch einer imposanten Serie kann nicht mehr von Zufall gesprochen werden. Dortmund wird also zum Rekordmeister-Rekordbesieger.

„Viermal in Folge gegen uns zu verlieren, das wird die Bayern wurmen“, sagte Kehl. Von einer neuen Hierarchie wollte er aber noch nichts wissen. „Einen Machtwechsel wird es auf Jahre hinweg keinen geben. Dafür haben die Bayern eine zu gute Stellung. Aber wir zeigen jetzt natürlich, dass wir sportlich definitiv auf einem richtig guten Weg sind.“ Auch BVB-Boss Watzke sieht den Rivalen nur noch hauchdünn vorn. „Der FC Bayern ist der absolute Branchenführer. Sie haben uns die Erfolge und die wirtschaftlichen Voraussetzungen voraus. Doch wir schicken uns an, die Lücke zu schließen.“

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