Eigentlich schien die Niederlage in Paderborn bereits besiegelt. Doch mit dem 0:1 wollte sich Fabian Boll nicht abfinden. Schon während der regulären 90 Minuten hatte er seine Mannschaftskollegen animiert, alles zu geben. Schließlich drehte er die Partie in der Nachspielzeit selbst – der FC St. Pauli war noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Das galt vor allem für „Boller“ selbst ...
Denn das Tor zum hochverdienten 1:1 erzielte er nicht mit der Stirn, wie es im ersten Moment erschien, sondern mit seinem rechten Auge! Das schwoll danach sofort an, musste mit einem Eisbeutel intensiv gekühlt werden.
Auf MOPO.DE schildert Boll das wohl ungewöhnlichste Tor seiner Karriere. Augenzwinkernd machte er dem Freistoßschützen Dennis Daube einen Vorwurf: „Der Ball von ihm hatte einfach zu viel Drall – deshalb konnte ich ihn nicht mehr anders erwischen. Aber wie der Ball reingeht, ist doch letztlich Toilette.“ Soll heißen: Scheißegal, wie es klappt. Hauptsache, das Ding zappelt im Netz.
Mal wieder haben die Kiezkicker ein Spiel gedreht, mal wieder haben sie in der Nachspielzeit – wie schon beim 2:1 gegen Duisburg – zugeschlagen. Fabian Boll hatte den mit Abstand größten Anteil daran. „Er hat den Treffer praktisch selbst vorbereitet“, bemerkte Sportchef Helmut Schulte.
Stimmt. Den Freistoß, der zum Happy End der Braun-Weißen führte, hatte der 32-jährige Mittelfeldspieler selbst an der Grundlinie rausgeholt: „Bei einem Blick auf die Anzeigentafel und der Tatsache, dass unser Keeper Philipp Tschauner plötzlich vorn auftauchte, war klar, dass gleich alles vorbei sein würde. Deshalb wollte ich noch mal alles probieren. Dass ich den Freistoß dann gekriegt habe, war auch ein bisschen Glück.“
Wie er sich dann hochschraubte, imponierte Schulte mächtig: „Ich hatte das Gefühl, dass er sich bei diesem Sprung in der zweiten Etage befand. Das kannte ich vorher nur von Marcelo Bordon aus Schalke.“
Mit dem „Veilchen“, dass er sich dabei einfing, konnte er ob des Punktgewinns („Damit haben wir Paderborn auf Distanz gehalten“) gut leben. Die einzige „Sorge“, die ihn plagte, war die Weihnachtsfeier, die am Sonnabend mit Frauen und Kindern im „East Hotel“ stattfand: „So kann ich doch da nicht hingehen.“
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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