Torwart-Trainer Hain im Interview

St. Pauli: „Kein Problem zwischen den Pfosten“

Von Stefan Krause und Buttje Rosenfeld
In Aachen startet Benedikt Pliquett als St. Paulis Nr. 1.
In Aachen startet Benedikt Pliquett als St. Paulis Nr. 1.
Foto: WITTERS

Am Sonnabend in Aachen (13 Uhr, Liveticker auf MOPO.DE) startet St. Pauli mit einem neuen Keeper. Für den verletzten Philipp Tschauner spielt Benedikt Pliquett. Der war noch nie über einen längeren Zeitraum im Einsatz. Die MOPO sprach mit Torwart-Trainer Mathias Hain (39) über die Situation zwischen den Pfosten.


MOPO: Ist Pliquetts mangelnde Erfahrung ein Problem?
Mathias Hain: Das glaube ich nicht. Er hat zuletzt eine klasse Halbzeit gegen Grasshopper Zürich hingelegt, geht top vorbereitet in das Wochenende. Zwischen dem Bene, wie ich ihn an meinem ersten Tag bei St. Pauli 2008 kennengelernt habe, und dem von heute gibt es einen Unterschied wie Tag und Nacht. Er hat einen riesengroßen Schritt nach vorn gemacht.

In welcher Beziehung?
Bene ist reifer, irgendwie erwachsener und von daher auch ruhiger geworden. Das tut ihm sehr gut. Als ich zu Beginn sein Konkurrent war, hatte er ein Problem damit, meine Tipps anzunehmen – was ich auch irgendwie nachvollziehen konnte. Das ist längst anders, vor allem seitdem ich sein Trainer bin. Bene hört mir – wie alle anderen auch – zu.

Was ist sein größter Vorteil?
Ganz klar: Sein Ehrgeiz, sein unbändiger Wille. Bene kannst du immer fordern. Der will lernen, der macht und tut.

Ex-Kiez-Keeper:  St. Paulis Torwart-Trainer Mathias Hain (39)
Ex-Kiez-Keeper: St. Paulis Torwart-Trainer Mathias Hain (39)
Foto: WITTERS


Mit Philipp Heerwagen hat er einen starken Konkurrenten bekommen.
Ja – und das ist wichtig für einen Verein wie uns, der beim Aufstieg ein Wörtchen mitreden will. Bene ist mit einem kleinen Vorsprung in die Vorbereitung gegangen, das hat unser Cheftrainer André Schubert ja betont. Nun liegt es an Bene, was er daraus macht. Er braucht, wie alle Torhüter jetzt auch das Quäntchen Glück, eine erste gute Situation, die ihm Sicherheit gibt, ein überdurchschnittliches Spiel.

Was erwarten Sie grundsätzlich von einer Nummer eins?
Ich sage meinen Jungs immer: Wir Torhüter sind wie eine schnelle Eingreiftruppe. Wenn nichts mehr geht, müssen wir für die Mannschaft da sein. Wir müssen ihr durch Ruhe und Entschlossenheit helfen. Dazu gehört auch das coachen der Vorderleute, wenn man mögliche Gefahrenquellen erkennt. Man muss versuchen, das möglichst oft hinzukriegen, sich quasi zum Serientäter pushen.


Wann ist man ein guter Torwart?
Wenn man keine oder nur wenige Fehler macht. Wenn sie passieren, musst du sie sofort abhaken, weil sie nicht mehr zu korrigieren sind.

Wie macht sich Heerwagen?
Man sieht, dass er in Unterhaching und bei Bayern München eine hervorragende Grundausbildung genossen hat, im Juniorenbereich einige Titel geholt hat, Ruhe und Erfahrung mitbringt. Zudem ist er sympathisch, passt gut in die Mannschaft.

Und Arvid Schenk, der weiterhin Nummer drei ist?
Er trainiert zum ersten Mal ohne Verletzungen durch, macht eine sehr gute Entwicklung durch. Ich hätte keine Bedenken, ihn auch mal ins kalte Wasser zu werfen. Er braucht jetzt regelmäßige Spiele in der U23. Wir haben drei gute Torhüter und definitiv kein Problem zwischen den Pfosten.

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Datum:  31.1.2012
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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