Tabellenführer nach Sieg in Duisburg

1:0! Boll köpft St. Pauli an die Spitze

Von Buttje Rosenfeld
Sebastian Schachten (l.) und Torschütze Fabian Boll jubeln über das 1:0 gegen Duisburg.
Sebastian Schachten (l.) und Torschütze Fabian Boll jubeln über das 1:0 gegen Duisburg.
Foto: Bongarts/Getty Images

Es war kein ansehnliches Spiel, aber das störte keinen beim FC St. Pauli. Denn nach dem verdienten 1:0 (1:0) durch das Kopfballtor von Mannschaftskapitän Fabian Boll beim MSV Duisburg sind die Kiezkicker zumindest für eine Nacht auf Platz eins! Moritz Volz macht das stolz: „Das ist ein schönes Gefühl. Jetzt gucken wir mal, was die anderen machen.“

Dicke Überraschung bei der Aufstellung: Obwohl Marius Ebbers und Petar Sliskovic verletzt fehlten, kam  Mahir Saglik als einzig verbliebener Stürmer nicht zum Einsatz. In der Spitze sollten sich die laufstärkeren Max Kruse und Florian Bruns abwechseln. Bitter für Saglik, den Trainer André Schubert nach dessen Wut-Auftritt gegen Bochum abgewatscht hatte. Auch der offensive Mittelfeldspieler Deniz Naki, der eine Alternative gewesen wäre, dürfte alles andere als erfreut gewesen sein.

Fabian Boll und Sebastian Schachten steigen unbedrängt hoch. Boll kann zum 1:0 Siegtreffer nach Freistoß von Florian Bruns einköpfen. Duisburgs Branimir Bajic steht dabei zu weit weg.
Fabian Boll und Sebastian Schachten steigen unbedrängt hoch. Boll kann zum 1:0 Siegtreffer nach Freistoß von Florian Bruns einköpfen. Duisburgs Branimir Bajic steht dabei zu weit weg.
Foto: WITTERS

Nachdem Duisburgs Jula nach einem Fehlpass von Fin Bartels freistehend vor Benedikt Pliquett neben das Tor schoss (10.), bereitete „Halb-Stürmer“ Bruns die Hamburger Führung vor: Seinen Freistoß nickte Fabian Boll völlig unbedrängt aus wenigen Metern zum 1:0 ein (21.). Es war schon sein sechstes Saisontor – und das als defensiver Mittelfeldakteur!

Duisburg fiel gegen die gut gestaffelte Gäste-Abwehr nicht viel ein. Dennoch kam Pamic nach „Ablage“ von Jula zum Schuss, der aber einen Meter über die Latte zischte (33.). Die Kiezkicker wirkten da schon zielstrebiger: Kern musste gegen Schindler auf der Linie retten (41.).

Nach der Pause ging es für eine kurze Phase hin und her. Kruse stand plötzlich frei, zögerte aber zu lange (49.). Im Gegenzug musste sich Pliquett erstmals lang machen, um Domovchiyskis Knaller zu parieren (52.). Auf der anderen Seite zielte Schindler knapp vorbei (53.).

Danach passierte nicht mehr viel. Es gab nur noch einmal richtige Aufregung, als Pliquett gegen Baljak reaktionsschnell parieren musste (87.). Danach war alles klar, der Auswärtssieg perfekt.

St. Pauli stürmte auch ohne echten Stürmer auf Platz eins. Trainer André Schubert hat mit seiner Aufstellung alles richtig gemacht. Ganz zufrieden war er dennoch nicht: „Wir haben insgesamt nicht viel zugelassen, hätten aber trotz des schwierigen Bodens noch ein bisschen mehr Fußball spielen müssen.“

Die weiteren Stimmen zum Spiel:

Fabian Boll: Mit unseren Standardsituationen klappt es ausgezeichnet. Beim Freistoß von Florian Bruns war es nicht so schwierig, den hässlichen Wirsing hinzuhalten. Heute war das Spielerische nicht so gefragt. Uns war klar, dass wir nur mit der Einstellung wie beim Bochum-Spiel Erfolg haben würden.

Sebastian Schachten: Wir wollten unbedingt zu null spielen. Uns war klar, dass es ein brutales Kampfspiel werden würde. So ist es auch gekommen. Es ist ein verdammt dreckiger Sieg geworden. Ein 1:0 ist ein 1:0.

Florian Bruns: Ich habe heute etwas offensiver und bisschen zentraler als sonst gespielt. Die Position war nicht ganz neu für mich. Die erste Halbzeit war noch ganz gut von uns. Wir haben das umgesetzt, was der Trainer von uns gefordert hat. In der zweiten war ein wenig die Kraft weg. Wir müssen uns aber nicht schämen – weder für die Tabellenführung noch für den Sieg.

Markus Thorandt: Das Fazit ist: Wir haben 1:0 gewonnen, aber keinen Schönheitspreis bekommen. Wir haben heute mit Mann und Maus verteidigt. Respekt vor Boller: Sich gegen die ganzen 1,90-m-Leute durchzusetzen, ist nicht so einfach.

Benedikt Pliquett: Die 45 Punkte sind wichtiger als Platz eins. Ich hatte schon vorm Anpfiff ein Riesengefühl für mich persönlich. Auch Torwart-Trainer Matze Hain war sicher, dass das mein Spiel werden würde. Ich habe jetzt zum dritten Mal Ruhe ausgestrahlt.

Max Kruse: Ich bin froh über die drei Punkte. Spielerisch war’s nicht so gut. Aber wir haben ja schon gegen Bochum gezeigt, dass wir kämpferisch dagegenhalten können.

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Datum:  17.2.2012
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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