St. Paulis Derby-Held

Pliquett: Die Rache des HSV-Hassers

Von Nils Weber

Rache ist süß. Beim HSV einst „vom Hof gejagt“ und von Hooligans des Erzrivalen kürzlich sogar tätlich angegriffen, feierte Benedikt Pliquett beim historischen Derby-Sieg seines heiß geliebten FC St. Pauli eines der verrücktesten Bundesliga-Debüts aller Zeiten.


Er war die Sensation des Derbys – schon vor dem Anpfiff. Ohne eine einzige Sekunde Erstliga-Erfahrung war der Torwart-Riese (1,99 Meter) von Trainer Holger Stanislawski ausgerechnet im hochbrisanten Stadt-Duell ins Tor gestellt worden. 21 Regionalliga- und elf Zweitliga-Einsätze hatte „Bene“ bis dato auf dem Konto.

Direkt nach Abpfiff stürmt Benedikt Pliquett aus dem Tor.
Direkt nach Abpfiff stürmt Benedikt Pliquett aus dem Tor.
Foto: WITTERS


Das Debüt im Derby – ein Geschenk von Trainer Stanislawski, der Pliquett vor allem für sein Herzblut, das er seit sechs Jahren in den Verein steckt (meist als Keeper Nummer zwei oder drei), belohnen wollte.


Bereits vor fünf Wochen (!) hatte ihm der Coach einen Einsatz gegen den HSV versprochen. Ein wohl einmaliger Vorgang angesichts des tobenden Abstiegskampfes und der starken Leistungen von Stamm-Torhüter Thomas Kessler.

Von 2002 bis 2004 trug Benedikt Pliquett das HSV-Trikot.
Von 2002 bis 2004 trug Benedikt Pliquett das HSV-Trikot.

Pliquett ist nicht nur Profi bei St. Pauli, sondern glühender Fan. „Bene ist mehr St. Pauli als wir alle. Er hat sich die Chance verdient“, sagt Stanislawski über den Keeper-Hünen, der eine Zeit lang sogar den „Ultras“ angehörte und in ihren Reihen Spiele verfolgte, wenn er nicht im Kader stand. „St. Pauli liebe ich wirklich, das kommt zu hundert Prozent von Herzen“, betont der Hip-Hop-Fan, der als Identifikationsfigur gilt und sich auch sozial sehr engagiert.


So groß seine Liebe zu St. Pauli (und Dalmatiner Curtis) und den Vereinsidealen, so tief die Abneigung gegen den Stadtrivalen und dessen Anhänger. Das hat Gründe.

Der durch und durch Braun-Weiße war nämlich mal eine Rothose. Von 2000 bis 2004 parierte Pliquett im Nachwuchsbereich des HSV, schaffte aber nicht den Durchbruch und fühlte sich „vom Hof gejagt“. Durch Altona gejagt wurde er dann im August 2010 von einer Horde HSV-Hools, als er mit St. Pauli-Fans von einer Auswärtsreise zurück kam.

Wie tief die Negativ-Erfahrungen mit dem HSV sitzen, konnte man an seinen emotionalen Ausbrüchen nach Schlusspfiff sehen. Der historische Zu-Null-Sieg beim HSV – ein perfekter Tag für Benedikt Pliquett.

Benedikt Pliquett jubelt nach dem Derby-Sieg

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Das sagen unser Leser zu Benedikt Pliquetts "Jubel"

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So sehr ich mich über den Sieg freue, die Geste von Pliquett ist völlig unter aller Kanone! Es gibt Sachen die sollte man lieber lassen, dazu gehört auch eine erneute Aufstellung von ihm. Mindestens bis er eine Anstandsschule besucht hat.

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Datum:  17.2.2011
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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