Er stand völlig überraschend zwischen den Pfosten, hielt seine Kiste mit teils überragenden Reflexen sauber und wusste nach dem Abpfiff gar nicht, wohin mit seinem Adrenalin: Für Benedikt Pliquett war der 16. Februar 2011 der größte Tag seines Lebens.
Als Schiri Perl zum letzten Mal in seine Pfeife stieß, begann ein zielloser „Amoklauf“ des 26-Jährigen. Pliquett sprintete an Petric vorbei, hielt inne, imitierte den Bogenschützen-Torjubel des Kroaten und zuckte fragend mit den Schultern.
Dann führte „Bene“ der Weg in die Katakomben. Er sprintete durch die Mixed Zone, brüllte „Wir sind St. Pauli“, rutschte aus, landete auf dem Hosenboden, rappelte sich hoch und rannte in die Kabine. Dort verharrte er nur kurz, ehe er nicht minder aufgedreht den Rückweg antrat. „Und ihr habt mich vom Hof gejagt, ihr Lutscher“, schrie er imaginären Gegenübern zu.
Als er später vor der TV-Kamera stand, hatte sich Pliquett wieder einigermaßen im Zaum. „Diejenigen wissen schon, wer gemeint ist“, erklärte er die Beschimpfung in Richtung seines Ex-Vereins, dessen Fans im August 2010 am Bahnhof Altona über ihn und einige St. Pauli-Anhänger hergefallen waren. „Für mich ist das doppelte Genugtuung, noch toller als beim Aufstieg.“ Sein „Derbysieger“-Shirt, dass er zur Schau trug, habe er schon beim Hinspiel angehabt. „Das kommt zu 100 Prozent aus meinem Herzen.“
Vor dem Derby hängte St. Pauli den HSV ab: Der Mannschaftsbus der Kiezkicker fuhr drei Minuten eher (um 17.23 Uhr mit Blaulicht-Eskorte) auf das Stadiongelände. Beim Rausgehen zum Warmmachen waren die Braun-Weißen sogar fünf Minuten eher auf dem Platz.
Rouwen Hennings war mit Sicherheit der traurigste St. Paulianer an diesem Tag: Auf Grund seines Trainingsrückstandes wegen einer Knöchelverletzung war er gegen seinen Ex-Klub noch nicht wieder im Kader.
Vorm Anpfiff plauderte Holger Stanislawski in den Katakomben angeregt mit HSV-Aufsichtsrat Marek Ehrhardt.
Helmut Schulte wuselte vor dem Spiel sowohl in der Mixed Zone als auch auf der Tribüne herum. Der Sportchef: "Das ist meine Premiere." Zum ersten Mal war der "Lange" in verantwortlicher Position in der HSV-Arena. Im alten Volksparkstadion hatte er als Trainer auf der St. Pauli-Bank gesessen.
Die St. Pauli-Profis trainieren am Donnerstag um zehn Uhr an der Kollaustraße. Am Freitag geht’s schon wieder Richtung Dortmund.
Und dann erklärte der Schlussmann, warum er ohne jede öffentliche Ankündigung den bisher fehlerfreien Thomas Kessler vertreten durfte. „Ich habe schon vor vier, fünf Wochen gewusst, dass ich spiele“, ließ er wissen. „Das war eine Absprache mit Stani.“ Und der Keeper hatte mit Nachdruck dafür gesorgt, dass die auch umgesetzt wird: „Ich habe Stani gesagt: Wenn du das nicht einhältst, dann reiße ich dir den Kopf ab. Das wollte er wohl nicht riskieren.“ Warum auch? Es war nicht die erste überraschende Maßnahme des Trainers. Und bislang sind sie alle gutgegangen.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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