Er galt als Deutschlands streitbarster Fußballer, sein Name schien Programm: Albert Streit kam meist als Chaot, als Söldner und Profi mit mieser Berufsauffassung rüber. Jetzt spielt der 31-jährige Mittelfeldakteur für St. Paulis Auswärts-Gegner am Sonnabend (13 Uhr, Liveticker auf MOPO.DE), Alemannia Aachen. In der MOPO öffnet er seine Seele.
„Ich habe eine verdammt schwierige Zeit hinter mir“, erklärt er und meint damit die Jahre beim FC Schalke von 2008 bis 2011. Dort hatte er zwei Millionen Euro per anno verdient – aber nach Meinung seiner Trainer Fred Rutten und Felix Magath nicht die entsprechende Leistung gebracht. Beide sortierten ihn aus, Magath stempelte ihn als gar „faul“ ab, ließ ihn zur Strafe in der Schalker Reserve kicken.
Dort wurde er von den eigenen Fans wüst bepöbelt und sogar angespuckt – wozu Streit durch folgenden unbedachten Satz wohl auch beigetragen hatte: „Ich habe den Vertrag meines Lebens unterschrieben. Warum sollte ich auf Geld verzichten?“ Streit moniert: „Wenn ein Verein seinen eigenen Spieler an den Pranger stellt und keine Rückendeckung gibt, ist das nicht in Ordnung.“
Seine Vergangenheit will er ab sofort hinter sich lassen und „mehr auf meine Worte achten, mehr mein Herz sprechen lassen“: „Ich will einen Neustart machen. Aachen ist für mich eine große Chance.“ Deshalb bittet er Fans und Öffentlichkeit um Fairness und den Verzicht auf die ewigen Vorurteile: „Beurteilt mich bitte nicht nach meinem angeblichen Charakter, über den sich vor Schalke übrigens keiner beschwert hat, sondern nur nach Leistung. Pfeift, wenn ich schlecht spiele. Jubelt, wenn ich gut sein sollte.“
Seinen letzten Profi-Einsatz hatte er – als Leihspieler für den HSV! Es war das 0:1 am 16. Mai 2009 gegen Köln. Jetzt also sein Comeback: „Ich fühle mich trotz der langen Pause gut. Ich habe mich bei Viktoria Köln in der Oberliga und durch Einzeltraining fit gehalten – und im Trainingslager mit der Alemannia bin ich nicht einmal weggebrochen.“
Gegen die Kiezkicker will er Vollgas geben. Als zweitältester Spieler der Alemannia ist Streit, der mit St. Paulis Fabio Morena in Stuttgarts Jugend und mit Marius Ebbers in Köln kickte, bereit im Abstiegskampf Verantwortung zu übernehmen. Mut macht ihm sein Trainer Friedhelm Funkel. Über den sagt er: „Der lässt mich so sein, wie ich bin. Unter ihm hatte ich in Frankfurt 2006/07 meine beste Zeit.“ Daran will Albert Streit anknüpfen. Ohne Skandale.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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