Als der Kiezklub in Trümmern lag, waren sie für ihn da, gingen mit ihm durch die Regionalliga-Hölle. Doch langsam stirbt das „alte“ St. Pauli: Nach Florian Lechner und Marcel Eger, die das Millerntor wie das Trainer-Duo Holger Stanislawski und André Trulsen im Sommer 2011 verließen, ist nun mit Ralph Gunesch ein weiteres Urgestein weg.
„Ralle“, der 2003 nach dem doppelten Abstieg St. Paulis das erste Mal in Braun-Weiß spielte, soll helfen, Ingolstadt vorm Abstieg zu retten. Eigentlich wollte der 28-Jährige gar nicht weg: „Mein Berater Volker Schlappner und ich hatten überhaupt keinen Gedanken an einen Wechsel im Winter verschwendet.“ Doch am vergangenen Sonntag ging alles ganz schnell – nachdem Schlappner den „Notruf“ aus Ingolstadt erhalten hatte. Gunesch: „Ich habe mich aus sportlichen Gründen für den Wechsel entschieden, weil’s für mich die bessere Alternative für Einsatzzeiten in der Rückrunde war.“
Andererseits spürt er große Wehmut, die Braun-Weißen nach fast acht Jahren zu verlassen: „Der Abschied fiel mir aus moralischen und persönlichen Gründen sehr schwer.“ Zumal er auf viele tolle Erlebnisse und (Pokal-) Erfolge zurückblicken kann, mit dafür gesorgt hat, dass St. Pauli sich sportlich und somit schließlich auch wirtschaftlich stabilisieren konnte. Gut tat ihm der Zuspruch von Freunden, Fans und Mitspielern: „Ich habe per SMS, E-Mail, Facebook und Telefon so viel positive Resonanz erhalten, dass ich eine Gänsehaut bekommen habe.“
Sein langjähriger Wegbegleiter Fabian Boll sagt traurig: „Sportlich kann ich ihn verstehen, moralisch und menschlich tut sein Verlust weh. Ralle und ich haben bei St. Pauli so viel zusammen erlebt, wir kannten uns in- und auswendig. Auch wenn er nicht gespielt hat, hat er immer die Füße still gehalten. Ralle hat den Charakter unserer Mannschaft stark mitgeprägt. Ich hoffe, der Verein gibt ihm irgendwann noch mal einen würdigen Abschied.“
Den will ihm auch St. Pauli-Trainer André Schubert („Ralle hat sich immer professionell verhalten“) ermöglichen. Fakt bleibt: Das „alte“ St. Paul stirbt langsam. Der nächste Kandidat droht Fabio Morena zu werden. Es scheint äußerst fraglich, dass sein Vertrag im Sommer verlängert wird.
Was machen eigentlich St. Paulis übrige Pokal-Helden aus der Regionalliga-Serie 2005/06?
Bis 2006 kickte Ralph Gunesch mit dem FC St. Pauli in der 3. Liga, im folgenden Aufstiegsjahr spielte er für Mainz. Mit Benedikt Pliquett, Fabio Morena, Jan-Philipp Kalla und Fabian Boll stehen nach Guneschs Abgang immer noch vier Akteure aus 2005/06 im aktuellen Kader. Was ist aus den übrigen Spielern der legendären DFB-Pokal-Halbfinal-Saison geworden? Ein Überblick:
Markus Thorandt fehlte bei den Einheiten am Dienstag, er pausierte wegen muskulärer Probleme im Nackenbereich.
Nachdem es am Vormittag bei Minustemperaturen und eisigem Wind auf dem Platz zur Sache gegangen war, fand das zweite Training am Nachmittag im Kraftraum statt.
Lasse Sobiech (Bänderzerrung) mischte immerhin schon teilweise wieder bei den Spielformen mit, absolvierte ansonsten individuelle Übungen mit Co-Trainer Thomas Meggle.
Auftaktgegner Alemannia Aachen hat zwei frisch Verletzte zu beklagen. Reinhold Yabo zog sich im Test gegen den Drittligisten VfL Osnabrück (1:1) eine Knieprellung zu, fehlt mehrere Tage. Noch schlimmer erwischte es Mario Erb, der wegen Bänder- und Meniskusschäden am Knie operiert werden muss.
Die beiden Trainingseinheiten finden am Mittwoch um 10 und 15 Uhr an der Kollaustraße statt.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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