Keine Knipser-Tore

St. Paulis Aufstiegs-Angriff ohne Sturm

Von Stefan Krause und Buttje Rosenfeld
Deniz Naki (l.) und Mahir Saglik durften sich schon lange nicht mehr über eigene Tore oder solche des Gegenüber freuen. Seit November wartet der FC St. Pauli auf ein Erfolgserlebnis eines Stürmers.
Deniz Naki (l.) und Mahir Saglik durften sich schon lange nicht mehr über eigene Tore oder solche des Gegenüber freuen. Seit November wartet der FC St. Pauli auf ein Erfolgserlebnis eines Stürmers.
Foto: WITTERS

Die Problematik ist auf dem Kiez keine unbekannte. Schon im Bundesliga-Abstiegsjahr hakte es in der Abteilung Attacke, hatte der FC St. Pauli nach Eintracht Frankfurt die wenigsten Treffer erzielt. Auch aktuell präsentieren sich die Hamburger als Minimalisten vor dem gegnerischen Gehäuse: Der Angriff auf den Aufstieg erfolgt derzeit quasi ohne Sturm.


Rund ein Vierteljahr ist es her, dass mit Marius Ebbers ein Mann aus vorderster Front ins Schwarze traf. Seit dem 3:1 gegen Dresden am 27. November halten sich die vermeintlichen Knipser vornehm zurück – was auch daran liegt, dass ohne „Ebbe“ Flaute herrscht. Der 34-Jährige fehlt bekanntlich verletzt, kam erst auf elf Einsätze in der laufenden Saison. Trotzdem reichte es beim Routinier immerhin für sechs Buden. Ein Niveau-Nachweis, den zu bringen sich die Alternativen schwertun.


Mahir Saglik kommt bis dato auf vier Treffer, jedoch sämtlich erzielt als Einwechselspieler. Dennoch war der 29-Jährige erste Alternative zu Ebbers, bis ihn sein Wutausbruch gegen Bochum, für den er sich hinlänglich entschuldigt hat, um neuerliche Startelf-Chancen brachte. Gestern beim Training fehlte er mit Grippe, was einen Einsatz am Sonntag gegen Braunschweig nicht wahrscheinlicher macht.


Gute Karten nach starker Winter-Vorbereitung hatte eigentlich Petar Sliskovic. Doch die Saison steht für den Kroaten, der gestern seinen 21. Geburtstag feierte, unter keinem guten Stern. Sowohl gegen Bochum als auch in Duisburg war „Slisko“ laut Trainer Schubert „ganz dick in der Verlosung“, beide Male machten ihm kleine, aber entscheidende gesundheitliche Rückschläge zu schaffen. So steht er bis dato bei drei Einsätzen – und null Toren.


Bleibt nominell noch Deniz Naki (21). Der ersetzte Ebbers in der Hinrunde bisweilen sehr akzeptabel, erzielte drei Treffer, kam aber trotz Stürmer-Notstand in den letzten beiden Partien nur als Joker zum Einsatz.
Folge: Vier Tore in 2012, sämtlich erzielt durch Defensivakteure (Boll, Schachten) reichten zwar zu respektablen sechs Punkten. Um die Erstliga-Ambitionen aber dauerhaft zu untermauern, darf die Abteilung Attacke gerne wieder ihrem Namen gerecht werden.

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Datum:  21.2.2012
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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