Ingolstadt trifft in der 89. Minute

0:1! St. Paulis Blamage beim Schlusslicht

Von Stefan Krause
Ingolstadts Ahmed Akaichi (im Tor) hat gerade den Siegtreffer erzielt.
Ingolstadts Ahmed Akaichi (im Tor) hat gerade den Siegtreffer erzielt.
Foto: dpa

„Zu viel zugelassen, zu langsam angelaufen, zu wenig investiert“: Das Fazit von Trainer André Schubert nach dem bösen Crash von Ingolstadt fiel ernüchternd aus. Mit 0:1 (0:0) verlor der FC St. Pauli beim bisherigen Schlusslicht, vergeigte leichtfertig seine klasse Ausgangsposition im Aufstiegskampf.

Das erste Duell des Tages geht deutlich an die Gäste, über 3500 Gäste-Fans unter den 8754 Zuschauern machen den „Audi Sportpark“ zum „Pauli Sportpark“. Der akustischen Überlegenheit folgt allerdings der sportliche Nackenschlag.

Die seit sechs Partien ungeschlagenen Hamburger kriegen überhaupt nix gebacken und können nur froh sein, dass sie einen überragenden Tschauner zwischen den Pfosten stehen haben. Er pariert klasse gegen Buchner (12., 25.) und überragend gegen Leitl (25.), während seine Kollegen auf dem Feld nahezu alles vermissen lassen. „Wir haben zu langsam umgeschaltet, sind zu langsam angelaufen“, bilanziert Schubert. Einzig Bruns’ 14-m-Schuss bringt die Schanzer in Bedrängnis (28.).

Hinein in Durchgang zwei mit der Gewissheit, dass es schlechter kaum noch werden kann. Tatsächlich minimiert St. Pauli die Anzahl der unnötigen Fehler, wirkt jetzt einen Tick präsenter. Boll (53.) und Ebbers (64.) prüfen FCI-Keeper Öczan, in der 66. Minute gibt’s sogar den ersten Eckball …

Wirklich gefährlich wird’s aber wieder auf der Gegenseite, wo Tschauner erneut Buchner zur Verzweiflung bringt, der sechs Meter frei vor ihm auftaucht (73.). Der Tabellenletzte versemmelt seine dicken Dinger, St. Pauli hat erst gar keine – bis zur 85. Minute. Dann tunnelt Kruse Matip, läuft alleine auf Öczan zu, chipt die Kugel aber nur ans Außennetz. Bleibt wohl doch nur bei einem Punkt, denken alle. Bis kurz vor Ultimo.

In vorletzter Minute gibt’s noch mal Ecke für Ingolstadt. Verwirrung im Strafraum, Tohuwabohu im Fünfer, der just eingewechselte Akaichi ist da und bugsiert das Spielgerät irgendwie (Hand oder Arm sind wohl auch im Spiel) über die Linie. Das 1:0, das Tor des Tages, der K.o. für den Kiezklub. Und das nicht unverdient.

„Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was man bringen muss“, schimpfte Schubert, der „ein bisschen ärgerlich“ war, weil seine Jungs läuferisch nicht ans Limit gegangen waren. „Insgesamt“, gestand er, „war das deutlich zu wenig. So kannst du das Spiel nicht gewinnen.“ Nicht mal gegen das Schlusslicht.

Die Stimmen zum Spiel

Philipp Tschauner: „Das ist beschissen, einfach bitter. Natürlich bin ich enttäuscht, dass wir wieder nicht zu Null gespielt haben. Das war bei uns in allen Bereichen zu wenig. Wir haben gesehen, dass uns jeder schlagen kann, wenn wir nicht an die Schmerzgrenze gehen.“

Fabian Boll: „Wir haben von 1 bis 14 absolute Toilette gespielt, wobei ich Tschauni und Markus Thorandt da ausnehmen würde. Wir waren gedanklich zu langsam, sind immer zu spät in die Zweikämpfe gekommen. Selbst ein Punkt wäre heute des Guten zu viel gewesen. Dabei hatten wir uns so viel vorgenommen.“

Ralph Gunesch: „Wir haben nicht so stark wie sonst nach vorne gespielt. Entsprechend hatten wir kaum Chancen, und die, die es gab, haben wir nicht genutzt. Man muss aber auch sagen, dass es Ingolstadt sehr eng gemacht hat.“

Florian Bruns: „Das hat an allen und allem gelegen. Wir haben unglaublich viele Ballverluste gehabt, unglaublich viele Fehlpässe gespielt, es war sehr viel Stückwerk dabei. Symptomatisch, dass wir das Tor nach einem Standard kriegen. Null Punkte sind brutal, jetzt muss am kommenden Montag gegen Frankfurt eine Reaktion kommen.“

Helmut Schulte: „Wir müssen uns eingestehen, dass wir Ingolstadt zu viel gestattet haben und selber zu wenig getan haben, um den Platz als Sieger zu verlassen. Der FCI hat besser gespielt, als man es von einem Tabellenletzten erwarten konnte, und wir waren schlechter, als man es von einem Vierten erwarten durfte.“

Ingolstadt - St. Pauli

Bildergalerie ( 7 Bilder )
Weitere Meldungen FC St. Pauli
Patrick Funk überzeugt derzeit im Mittelfeld des FC St. Pauli.
|  0

Der Stuttgarter Leihspieler Patrick Funk überzeugt als „Sechser“ im Mittelfeld des Kiez-Klubs. „Ich versuche mich weiter zu verbessern.“  mehr...

Deniz Naki (l.) und Mahir Saglik durften sich schon lange nicht mehr über eigene Tore oder solche des Gegenüber freuen. Seit November wartet der FC St. Pauli auf ein Erfolgserlebnis eines Stürmers.
|  25

Flaute beim FC St. Pauli: Der Angriff auf den Aufstieg erfolgt derzeit quasi ohne Sturm .Alternative zu verletztem Marius Ebbers gesucht.  mehr...

Man sieht ihm an, dass es ihm gut geht: St. Paulis Keeper Philipp Tschauner
|  12

Erstmals seit seiner schweren Schulterverletzung stand Torwart Philipp Tschauner wieder auf beim FC St. Pauli auf dem Trainingsplatz.  mehr...

Datum:  11.12.2011
Kommentare:  94
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Eintracht Frankfurt 50:22 46
2 FC St. Pauli 42:24 45
3 Greuther Fürth 47:18 44
4 Fortuna Düsseldorf 46:24 44
5 SC Paderborn 35:24 43
6 1860 München 44:29 38
7 Union Berlin 38:36 34
8 Braunschweig 27:25 31
9 VfL Bochum 32:34 30
10 Dynamo Dresden 38:41 26
11 Energie Cottbus 21:35 24
12 MSV Duisburg 27:34 20
13 Alemannia Aachen 20:28 20
14 Erzgebirge Aue 18:34 20
15 Karlsruher SC 23:44 19
16 FSV Frankfurt 22:44 18
17 FC Ingolstadt 23:41 17
18 Hansa Rostock 18:34 16
Zur ganzen Tabelle mit Spielplan
Beim Buli-Cup können Sie mit Fußball-Sachverstand und ein wenig Glück tolle Preise abräumen.

Bundesliga-Kenner aufgepasst: Ab sofort können Sie sich für unser traditionelles Fußball-Tippspiel anmelden. Beim Buli-Cup warten tolle Preise auf die besten Tipper!

Buli-Cup