Der Pflichtspiel-Auftakt des FC St. Pauli ging mächtig in die Binsen. Bei Alemannia Aachen verloren die Hamburger vor 22.752 Zuschauern nach völlig verpennter Startphase nicht unverdient mit 1:2 (1:2), wurden allerdings um den möglichen Ausgleich betrogen.
Gute zehn Minuten brauchen beide Teams, um bei minus 8 Grad den Frost aus den Knochen zu schütteln. Das gelingt Thorandt leider nicht komplett. Sein Freistoß von der Mittellinie fällt 20 Meter weiter einem Alemannen in den Fuß, die Hausherren kontern fix, Zambrano alleine gegen zwei und zu spät gegen Streit, der im Strafraum zu Boden geht – Elfer. Auer lässt sich die Chance nicht entgehen, verwandelt cool zum 1:0 (13.).
Und es dauert keine 120 Sekunden, da ist St. Pauli komplett schockgefrostet. Aachen darf in Seelenruhe an der Strafraumgrenze kombinieren, Demai behält die Übersicht, schlenzt die Pille überlegt zum 2:0 ins Netz (15.).
Coach Schubert kann’s kaum fassen, schickt erst mal alle Auswechselspieler zum Warmmachen. Nach knapp einer halben Stunde tauen die Kiezkicker endlich auf, Boll lässt den ersten Torschuss vom Stapel (37.). Und nur zwei Minuten später hat die Partie wieder Betriebstemperatur. Kruse tankt sich auf links durch, seine Hereingabe findet Bolls linke Klebe, der Ball zischt flach ins Eck, nur noch 2:1 (39.).
Bis zur Pause tun sich plötzlich mächtige Risse in der Aachener Deckung auf, für ein Erfolgserlebnis langt es aber nicht mehr. Der Pausenpfiff scheint zum völlig verkehrten Zeitpunkt zu ertönen.
Und so ist es auch. Zwar haben die Gäste über 60 Prozent Ballbesitz, Chancen indes gibt es null. Auf der Gegenseite schnuppern Radu (58.) und Demai (65.) an der Vorentscheidung, die aber nicht fällt – sondern der Ausgleich! Zuckerpass von Bruns in den Lauf von Kruse, der legt quer auf Saglik, drin der Fisch (69.) – wenn nur Assi Jablonski nicht wäre. Der hat die Fahne oben, gleichwohl Kruse satte drei Meter nicht im Abseits steht! Ein absolutes Unding!
Aber was hilft das Klagen, weiter geht’s. Bruns startet ein Solo, lupft über Keeper Waterman, aber Olajengbesi klärt auf der Linie (83.). Und als Sagliks Kopfball in der dritten Minute der Nachspielzeit am Pfosten vorbei zischt, ist klar: Das neue Jahr beginnt für den FC St. Pauli mit einem Rückschlag im Kampf um den Wiederaufstieg.
Die Stimmen zum Spiel:
Trainer André Schubert: „Wir sind sehr enttäuscht, das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Wir sind überhaupt nicht gut in die Partie gekommen, haben nicht kompakt gestanden und hatten zu viele Fehler im Spielaufbau. Beiden Gegentoren sind Ballverluste voraus gegangen, die so nicht passieren dürfen. In der zweiten Hälfte haben wir zwar druck aufgebaut, waren aber nicht zwingend genug. Und als wir getroffen haben, wurde das Tor wegen Abseits nicht gegeben.“
Florian Bruns: „Wir haben das Ding in der ersten halben Stunde verloren. Wir sind unheimlich schwer reingekommen und haben insgesamt nicht genug klare Chancen rausgespielt. Aachen ist zwar ein glücklicher, aber auch kein unverdienter Sieger. Wir hatten Mängel in allen Belangen und müssen zusehen, dass wir das wieder zustande bekommen, was uns stark macht.“
Max Kruse: „Wir haben es nicht geschafft Druck aufzubauen. Aachen hat das Spiel schön langsam gemacht. 15 gute Minuten von insgesamt 90 sind auch in der 2. Liga zu wenig, um hier zu bestehen.“
Sportchef Helmut Schulte: „Wir wurden kalt erwischt und haben es nicht geschafft, trotz Feldüberlegenheit genügend Torchancen zu kreieren.“
Aachen-Trainer Friedhelm Funkel: „Wir haben Glück gehabt mit der Schiedsrichter-Entscheidung, das war ein klares Tor für St. Pauli.“
Aachens Albert Streit: „Das Foul an mir war ein klarer Elfmeter. Wenn Zambrano mich zum Tor ziehen lässt, habe ich eine Hundertprozentige.“
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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