Ein Jahr nach Derby-Sieg gegen HSV
Pliquett: „Es gibt nichts zu bereuen”
Von
Nils Weber und Stefan Krause
Benedikt Pliquett lässt nach dem Abpfiff sein ganzes aufgestautes Adrenalin heraus – eine HSV-Eckfahne musste dran glauben ...
Foto: WITTERS
Vor genau einem Jahr schrieb der FC St. Pauli mit dem 1:0-Derbysieg beim HSV Geschichte. Neben Siegtorschütze Gerald Asamoah machte auch Torhüter Benedikt Pliquett (27) Schlagzeilen – vor allem nach dem Abpfiff. In der MOPO spricht der Herzblut-St. Paulianer über den größten Tag seiner Karriere.
MOPO: Gibt es eine kleine Jubiläumsfeier im Hause Pliquett?
Benedikt Pliquett: Auf keinen Fall! Ich lebe grundsätzlich im Hier und Jetzt. Aber natürlich werden Erinnerungen wach. Sehr schöne.
Was ist aus Ihrem „Derbysieger“-T-Shirt geworden, das Sie bei den Jubelfeiern in der HSV-Arena plötzlich anhatten?
Das hängt jetzt bei Peter Schmidt, meinem Autolackierer. Der ist großer Fan und ein feiner Kerl dazu. Da ist es super aufgehoben.
Wo hatten Sie das T-Shirt überhaupt so schnell her?
Aus meiner Tasche in der Kabine. Das Shirt hatte ich mir zusammen mit ein paar Kumpels in einem Copyshop in Altona bedrucken lassen - übrigens schon vor dem Hinspiel. Da hat es ja leider noch nicht mit dem Sieg geklappt. Aber ich wusste, dass ich es noch brauchen würde. Ich habe fest an den Sieg im Rückspiel geglaubt.
Was bedeutet es Ihnen als St. Paulis Nummer eins mit von der Partie gewesen zu sein?
Ich bin unendlich glücklich, dabei gewesen zu sein und dankbar, dass ich dem Verein etwas zurück geben konnte. Mit dem Derby-Sieg hat St. Pauli den dicksten Fisch der letzten Jahre geangelt. Da kann der HSV noch so oft erzählen, dass die vor 100 Jahren Mal einen Pokal gewonnen haben.
Ihre Nominierung für das hochbrisante Duell war für alle eine faustdicke Überraschung, für Sie nicht?
Nee, ich wusste das schon vier Wochen vorher. Vor dem ersten Rückrundenspiel war ich trotz guter Vorbereitung nicht im Kader und total geknickt. Meinen Frust habe ich allein im Kraftraum abgebaut. Da kam Stani (Trainer Holger Stanislawski, d. Red) rein und meinte: „Digger, lass den Kopf nicht hängen. Du spielst das Derby“. Ich dachte, er wollte mich verarschen, doch er sagte: „Ich meine es ernst. Du hast es dir verdient.“ Da habe ich zu ihm gesagt: „Okay, ich nehme Dich beim Wort. Und wenn nicht, dann drehe ich Dir den Hals um.“ (grinst) Vielleicht habe ich nur gespielt, weil er Schiss hatte…
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr Jubel nach dem Schlusspfiff. Sie haben erst Mladen Petric’ Torjubel verballhornt und die Eckfahne mit der HSV-Raute umgetreten. Wie denken Sie heute darüber?
Das waren einfach Emotionen, die zu solchen Spielen gehören. Dafür sind Derbys Derbys. Ich weiß, was ich gemacht habe. Ich war Herr meiner Sinne. Es gibt nichts zu bereuen. Wir haben das Derby einfach voll gelebt. Deshalb haben wir auch gewonnen.
Für viele HSV-Fans sind Sie durch ihren Jubel zur Hassfigur geworden.
Damit kann ich leben. Ich habe ein dickes Fell.
Woher rührt Ihre Abneigung gegen den HSV, für den Sie ja von 2000 bis 2003 im Juniorenbereich gespielt haben?
Ich verneine ja gar nicht, dass ich als Junge gerne beim HSV war. Aber am Ende wurde ich alles andere als gut behandelt. Das werde ich nie vergessen.
Was genau ist damals passiert?
Fünf Tage vor Ende der Wechselperiode und drei Tage vor meinem schriftlichen Abi hat mich der Verein ohne jede Vorwarnung weggejagt. Nicht mal Torwarttrainer Ronny Teuber war informiert, der mit mir sehr zufrieden gewesen ist. Das hat mich und meine Eltern damals tief getroffen. Meine Abneigung ist persönlicher Natur und hat nichts damit zu tun, dass ich bei St. Pauli bin und deshalb den HSV scheiße finden muss. Im Übrigen habe ich viele Freunde, die HSV-Fans sind. Das ist alles ganz entspannt.
Ein Jahr nach dem Derbysieg sind Sie wieder St. Paulis Nummer eins. Diesmal, weil sich Philipp Tschauner verletzt hat. Befürchten Sie nicht, dass Sie die ewige Aushilfs-Eins werden?
Das ist sicherlich eine Gefahr. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Ich habe jetzt die Chance, mich endlich einmal in mehreren Spielen hintereinander zu beweisen. Ich habe jahrelang für meine Chance gekämpft und immer daran geglaubt. Ich möchte dazu beitragen, dass wir Erfolg haben.
Können Sie sich überhaupt vorstellen für einen anderen Verein aufzulaufen als für St. Pauli?
Meine Liebe zu St. Pauli wird ewig halten, aber ich bin auch Profi und will spielen. Aber ich bin da ganz entspannt. Ich bin erst 27, hatte noch keine schwere Verletzung. Bis 35 kriegt mich keiner tot.
Benedikt Pliquett jubelt nach dem Derby-Sieg
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Benedikt Pliquett jubelt nach dem Derby-Sieg
Bereits im Hinspiel hatte er das Shirt dabei.
Foto: dapd
Anschließend imitierte er den Bogenschützen-Torjubel von HSV-Stürmer Mladen Petric
Foto: Screenshot
Und zuckte danach fragend mit den Schultern.
Foto: Screenshot
Und zuckte danach fragend mit den Schultern.
Foto: Screenshot
Benedikt Pliquett - Das T-Shirt ist ein Unikat.
Foto: dapd
Benedikt Pliquett nach dem Derby-Sieg.
Foto: dapd
Benedikt Pliquett trägt die "Motivationsbanane" auf dem Rücken.
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Glückwünsche von der Tribüne.
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Direkt nach Abpfiff stürmt Benedikt Pliquett aus dem Tor.
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Benedikt Pliquett wird von Trainer Holger Stanislawski umarmt.
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Emotionaler Jubel von Benedikt Pliquett.
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Benedikt Pliquett hat den Ball, Ruud van Nistelrooy nicht.
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Benedikt Pliquett lautstark während der Partie.
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Benedikt Pliquett bejubelt den Treffer von Gerald Asamoah.
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Benedikt Pliquett tritt nach dem Derby-Sieg gegen die HSV-Eckfahne um.
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St. Pauli feiert den Derby-Sieg
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St. Pauli feiert den Derby-Sieg
Unbändige Freude bei den Kiezkickern über den historischen Derby-Sieg!
Foto: dpa
Unbändige Freude bei den Kiezkickern über den historischen Derby-Sieg!
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Foto:
Bongarts/Getty Images
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HSV - FC St. Pauli
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Gerald Asamoah lässt Zé Roberto stehen.
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Fabian Boll übersteigt hier Joris Mathijsen und Heiko Westermann.
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Marcell Jansen grätscht in einen Pass auf Max Kruse, Kruse und Änis Ben-Hatira schauen zu.
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Fabian Boll und Marcell Jansen im Kopfballduell.
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Marcell Jansen schirmt gegen Markus Thorandt den Ball erfolgreich ab.
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Ruud van Nistelrooy wird unsanft von Markus Thorandt gestoppt, Carlos Zambrano fokussiert den Ball.
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Torschütze Gerald Asamoah ist einen Schritt schneller als Heiko Westermann.
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Benedikt Pliquett hat den Ball, Ruud van Nistelrooy nicht.
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Choreographie der HSV-Fans.
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Fabian Boll und Joris Mathijsen im Zwiegespräch.
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Markus Thorandt spitzelt den Ball Marcell Jansen weg.
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Unschöne Szenen im Gästeblock.
Foto: dapd
Änis Ben-Hatira enteilt Moritz Volz.
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Gerald Asamoah trifft zum 1:0 Sieg!
Foto: dpa
Gerald Asamoah trifft zum 1:0 Sieg!
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Gerald Asamoah dreht nach seinem Treffer jubelnd mit Carlos Zambrano ab - Frank Rost, Dennis Aogo und Zé Roberto sind bedient.
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Carlos Zambrano und Gerald Asamoah bejubeln den Treffer.
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Gerald Asamoahs Jubel mit seinen Mitspielern und der Kapitänsbinde!
Foto: dpa
Benedikt Pliquett bejubelt den Treffer von Gerald Asamoah.
Foto: dapd
Zé Roberto versucht einen Pass von Charles Takyi zu unterbinden, kommt jedoch zu spät.
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Unschöne Szenen im Gästeblock.
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Schmerzverzerrtes Gesicht bei Gerald Asamoah nach einem Zusammenprall mit Zé Roberto.
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Marcell Jansen rutscht aus, Markus Thorandt sichert den Ball.
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Zweikampf zwischen Carlos Zambrano und Mladen Petric, zwischen den beiden ging es häufiger zur Sache.
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Wer kommt an den Ball - Carlos Zambrano oder Ruud van Nistelrooy?
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Ruud van Nistelrooy köpft in die Arme von Benedikt Pliquett
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Gerald Asamoah und Joris Mathijsen.
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Mladen Petric und Carlos Zambrano.
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Marcell Jansen kann dem Ball nur noch hinterherschauen.
Foto: Bongarts/Getty Images
Dennis Aogo klärt gegen Fin Bartels.
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Enge Zweikampfführung. Joris Mathijsen gegen Gerald Asamoah.
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Fin Bartels steigt hart gegen Eljero Elia ein.
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Mladen Petric, David Jarolim und Paolo Guerrero - Allesamt sprachlos.
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Mladen Petric will es nicht glauben.
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Frank Rost ist sichtlich bedient.
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Heiko Westermann will sich einfach nur verstecken.
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Dennis Aogo und David Jarolim können es nicht fassen.
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Ralph Gunesch und Mladen Petric im Duell um den kommenden Ball.
Foto:
dapd
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