Eine Stunde sehr überzeugend, doch am Ende wieder nicht zu Null: Im letzten Härtetest vor dem Pflichtspielauftakt am nächsten Sonnabend in Aachen trennte sich der FC St. Pauli vor 6453 Zuschauern 1:1 (1:0) von Grasshopper Zürich.
Vom Anpfiff weg haben die Hamburger den Tabellensiebten der Schweizer Liga überzeugend im Griff. Naki hat nach sechs Minuten das erste dicke Ding, versiebt aber aus zehn Metern. Weiter geht’s mit einem Thorandt-Kopfball, den Gäste-Keeper Taini ebenso pariert (17.) wie Bolls 16-m-Schuss (23.). Zwischendrin darf auch Pliquett sich mal beweisen, klärt gegen de Ridder (12.).
Doch dann klingelt’s im Züricher Kasten. Freistoß Daube aus dem Halbfeld, Taini greift daneben, Ebbers ist mit dem Kopf zur Stelle, 1:0 (27.). Mit einem Bruns-Freistoß, der knapp am Pfosten vorbei zischt (42.), geht eine Halbzeit zu Ende, in der St. Pauli mit viel Tempo, Spielwitz und Stabilität in der Defensive zu überzeugen weiß. Die Eidgenossen hingegen wirken überfordert und nerven mit Diskussionen mit der – zugegebenermaßen wenig überzeugenden – Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.
Ähnlich geht’s zunächst nach dem Wechsel weiter, Sagliks Kopfball streicht knapp über den Querbalken (51.). Doch nach einer Stunde reißt der Faden. Grund sind mehrere Personalwechsel und der überraschende Ausgleich: Thorandts Kopfball-Abwehr landete 16 m zentral vorm Tor auf dem Fuß von de Ridder, dessen Schuss unhaltbar für den nun im Gehäuse stehenden Heerwagen vom Innenpfosten ins Netz prallt (60.).
Sechster Gegentreffer im vierten Testspiel, ein bisschen viel.
Fortan ist vieles nur noch Stückwerk. Thorandt scheitert abermals per Kopf an Taini (70.), Volz hat kurz vor Schluss die letzte Gelegenheit, doch es bleibt beim Remis.
Fazit: St. Pauli ist fit für Friedhelm Funkels Alemannen – wenn dann auch mal die Null steht.
St. Pauli: Pliquett (46. Heerwagen) – Funk, Zambrano (77. Morena), Thorandt, Volz – Boll (77. Gunesch), Daube – Bruns (56. Schindler), Kruse, Naki (56. Sliskovic) – Ebbers (46. Saglik)
Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden. Allerdings müssen wir die eine oder andere Chance besser nutzen. Unsere Spieler werden in der kommenden Woche Kraft tanken können – denn die werden wir in Aachen gebrauchen.
Das war über 90 Minuten ein sehr intensives Spiel.
Wir sind bereit für das Spiel in Aachen! Wir haben heute gezeigt, dass wir die Wege machen können, fit sind. Aber natürlich gibt es auch noch was zu verbessern. Wir haben in der zweiten Hälfte zu viel klein-klein gespielt.
Vorm Ausgleich habe ich den Ball nicht richtig wegbekommen. Er ist dem Schweizer direkt vor die Füße gefallen. Mit dem Spiel insgesamt können wir zufrieden sein. Wir können hohes Tempo gehen, haben uns viele Chancen herausgespielt – wir sind gewappnet für Aachen. Das wird trotzdem ein gefährliches Spiel, denn die Alemannia hat sich viel vorgenommen.
Es war geil für mich, das erste Mal hier am Millerntor zu spielen. Zwischendurch hatte ich einen Geistesblitz: Ich stellte mir vor, wie es wäre, wenn das Stadion ganz voll ist. Mit den Abwehrspielern vor mir lief es schon sehr gut – als hätte ich schon lange mit ihnen zusammengespielt. Natürlich würde ich gern häufiger spielen. Aber in meinem Arbeitsvertrag steht, dass ich Torwart bin und kein Trainer. Der muss das entscheiden.
"St. Pauli genießt in der Schweiz einen ausgezeichneten Ruf", erklärte Zürichs Pressesprecher Eugen Desiderato. Unter anderem deswegen waren satte 450 Grasshopper-Fans mit nach Hamburg gekommen.
Deniz Naki und Patrick Funk waren die einzigen auf dem Platz, die in kurzen Trikots und ohne Handschuhe aufliefen.
Die in Aachen Gelb-gesperrten Fin Bartels und Sebastian Schachten fehlten ebenso im Kader wie die Rekonvaleszenten Carsten Rothenbach, Petar Filipovic und Lasse Sobiech. Das Quintett trainierte stattdessen an der Kollaustraße.
Training ist am Sonntag um 10 Uhr.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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