Echte Knipsertore sind beim FC St. Pauli zur Rarität geworden. Was nicht an der Qualität der Stürmer festzumachen ist, sondern an der Tatsache, dass nominell quasi nie mehr als einer pro Spiel auf dem Acker steht. Und weil auch das lange so treffsichere offensive Mittelfeld zuletzt ein wenig Ladehemmung hatte, gilt auf dem Kiez neuerdings: Die Verteidigung ist der beste Angriff.
Der Fleisch gewordene Beweis hierfür ist 27 Lenze jung und hört seit Sonntag auf den Spitznamen „Phantom“: Sebastian Schachtens Doppelpack bescherte bekanntermaßen drei Punkte gegen Bochum. „Der Wahnsinn“, kommentierte André Schubert lachend, wenngleich der Trainer nicht wirklich verwundert ist über die Offensivstärke seines Außenverteidigers. „Er ist ein sehr, sehr guter Kopfballspieler und hat auch eine gute Technik“, lobte der Coach den Mann, der jetzt bereits vier Saisontreffer auf dem Konto hat. In seiner bisherigen Karriere war er nie über einen pro Spielzeit hinaus gekommen.
Dabei steht Schachten repräsentativ für Sturm und Drang der Defensivkollegen, die fünf der letzten sechs St. Pauli-Tore erzielten. Neben „Schachter“ hatten auch Innenverteidiger Fabio Morena (gegen Frankfurt) und Sechser Fabian Boll (in Paderborn und Aachen) genetzt. Fast hätte sich am vergangenen Sonntag auch noch Markus Thorandt in der Liste verewigt, ihm hatte bei seiner Großchance in Minute 69 nur ein Quäntchen Glück gefehlt. „Ich hatte ein bisschen zu viel Rücklage“, erinnerte sich „Torre“, der dennoch aus mehreren Gründen happy war. Zum einen, weil nach dem „scheiß Start von Aachen“ die richtige Reaktion erfolgt war. Dann wegen der kurzen Pause zwischen Bochum und Duisburg, „denn das heißt weniger trainieren und bald wieder spielen“.
Und zu guter Letzt war da noch seine Kopfball-Vorlage zu Schachtens Siegtor. Der zweite Assist der Saison, Einstellung der persönlichen Bestleistung – und weiterer Beleg für St. Paulis angriffslustige Verteidigung.
Die Verletzung am Sprunggelenk, die sich Petar Sliskovic nach einem Zweikampf mit Lasse Sobiech zugezogen hatte, erwies sich als nicht so schlimm. „Slisko“ soll heute sogar schon wieder trainieren und möglicherweise am Freitag in Duisburg spielen.
Charles Takyi ist zurück vom Afrika-Cup und heute wohl wieder beim Training dabei. Obwohl er kaum spielen durfte, sagte er: „Es war eine schöne Zeit und eine tolle Erfahrung für mich – auch wenn ich gern mehr Einsatzzeiten gehabt hätte.“
Der Veranstalter vom Schweinske-Cup hat entschieden, dass die Karten vom zweiten Tag (7.01.2012) zurückgegeben werden können und das Eintrittsgeld erstattet wird. Jeder Kartenbesitzer kann sich an die Vorverkaufsstelle wenden, bei der er die Karten erworben hat – wie im Kartencenter des FC St. Pauli. Dort gibt es auch noch Tickets für das Spiel am 26.2. gegen Braunschweig.
Training ist am Mittwoch um 13 Uhr am Millerntor.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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