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Faschingsparty: LiLaBe: Meine Nacht mit den Freaks

Die Stimmung auf der Tanzfläche ist ausgelassen. MOPO Reporterin Lana von Schlippe mischte sich als Zigeunerin unters Volk.
Die Stimmung auf der Tanzfläche ist ausgelassen. MOPO Reporterin Lana von Schlippe mischte sich als Zigeunerin unters Volk.
Foto: Marius Röer

Auf dieser Party tragen Nonnen High Heels, kippen Mönche Kurze bis zur Volltrunkenheit. LiLaBe gilt als schärfste Kostümparty Deutschlands und hat einen lasterhaften Ruf. Wo man hinschaut, sieht man kuriose und knapp bekleidete Gestalten. MOPO-am-Sonntag-Reporterin Lana von Schlippe (24) verbrachte eine Nacht mit verrückten Hutmachern, blutigen Zombies und halbnackten Matrosinnen.

Meine Erwartungen an diesen Abend sind groß. Als LiLaBe-Jungfrau denke ich an knutschende Pärchen, Fetisch-Kostüme, nackte Haut und natürlich an heiße Liebesspiele auf der legendären Fummelwiese. Meinen Kollegen nach zu urteilen begebe ich mich direkt nach Sodom und Gomorrha. Jeder hat eine andere Ekel-Story zu erzählen. Wenn ich frage, ob sie selbst schon dort waren, höre ich nur: „Ne, oh Gott. So was tue ich mir nicht an.“ Doch eigentlich steigert das bloß meine Neugierde.

Freitagabend, 23 Uhr. Es geht los. Ich stürzte mich auf eine der sechs Tanzflächen und beginne meine Suche nach dem sündhaften Treiben. Die Stimmung ist gut, die Röcke sind kurz – die von mir erwartete Dessous-Fraktion ist allerdings noch nicht in Sicht. Zwischen Latexkleid und Matrosendress finde ich dann ein paar knackige Muskelpakete. Die sehen zwar verwegen aus, nippen aber nur brav an ihren Drinks. Schade.

Auch ich gönne mir eine kleine Erfrischung. Ab an die Bar. Vielleicht finde ich ja hier ein paar verruchte Freaks. Während ich mir ein Getränk bestelle, lausche ich dem Gespräch meines Zombie-Barnachbarn: „Die Kinder sind total anstrengend im Moment. Bei der Kleinen kommt ein Zahn und der Große macht Probleme in der Schule.“ Gähn. Frivol und verrückt ist anders.

Ich ziehe meine Runden durch die Hallen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) und erwarte hinter jeder Ecke unzüchtiges Treiben. Doch meine Neugierde wird enttäuscht. Immerhin entdecke ich einen Fliegenpilz, der sich leidenschaftlich auf Schlumpfine stürzt. Und ihr dabei sogar an den Hintern packt. Uiii.

Um kurz nach Mitternacht wird auf der Hauptbühne dann das beste Kostüm gewählt. Ein leicht bekleidetes Schulmädchen steigt auf die Bühne, macht einen Kussmund und quetscht ihre Brüste zusammen. Das Publikum johlt. Nach ihr kommen eine Domina und zwei gar nicht brav aussehende Rotkäppchen. Das Publikum johlt wieder und die Domina zieht blank. Ihre Möpse kullern aus der Latexkorsage. Eine klare Siegerin. Und das erste Paar nackte Brüste des Abends.

Zwei Uhr. Die Zombies, die sich zuvor noch artig unterhielten, versuchen es jetzt mit Lallen. Und die ersten Schnapsleichen versperren den Tanzenden den Weg. Doch noch ist mein Rundgang nicht vorbei. Das Wichtigste fehlt: Die Fummelwiese. Ich bin aufgeregt, als ich das dunkle Versteck entdecke. Doch je näher ich komme, desto weniger sehe ich. Nämlich herzlich wenig. Lediglich ein paar ältere Herrschaften finden Gefallen an der öffentlichen Grabbelei. Ein Mann Mitte 60 fingert bei seiner Begleiterin wüst im BH herum. Opa sitzt daneben und schaut zu. Alle anderen unterhalten sich oder schlafen ihren Rausch aus. Ein bisschen enttäuscht bin ich.

Meine Vorahnung, den ganzen Abend auf nackte Hintern und Brüste zu gucken, wurde nicht erfüllt. Eigentlich ein Glück. Auch ohne war es ein aufregender Abend. Alleine schon wegen der Kostüme hat sich die LiLaBe-Party gelohnt.

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