Hygiene-Tipps
Der beste Schutz vor fiesen Küchenkeimen
Foto: dpa
Kühlschrank regelmäßig putzen, Fleisch und Gemüse nicht zusammen verarbeiten und natürlich: Hände waschen. Wer ein paar Regeln beachtet, schützt sich aktiv vor krankmachenden Küchenkeimen.
Wer immer gründlich abspült, sich regelmäßig die Hände wäscht und Lebensmittel sorgfältig zubereitet, sei auf der sicheren Seite, sagte Lüppo Ellerbroek vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). „Wenn Sie aber bestimmte Strategien nicht einhalten, kann es gefährlich werden.“ Von Desinfektionsmitteln hält der Experte dagegen nicht viel, durch sie fühle man sich eher zu sicher und vernachlässige vielleicht das gründliche Saubermachen.
So schützt man sich vor Keimen in der Küche
Bildergalerie ( 8 Bilder )
So schützt man sich vor Keimen in der Küche
Vorsicht bei rohem Fleisch
Falsch ist zum Beispiel, auf einem Holzbrett erst rohes Hähnchenfleisch zuzubereiten und dann darauf Salat zu schneiden, der roh verzehrt wird. Denn so kann es zu einer sogenannten Kreuzkontamination kommen, bei der Krankheitskeime vom Fleisch auf das Brett und dann auf den Salat gelangen. Daher sollten immer getrennte Gerätschaften für rohe Fleischprodukte und verzehrfertige Lebensmittel wie Salat oder bereits gegarte Speisen verwendet werden.
Foto: dpa
Hände waschen
Zwischen einzelnen Arbeitsschritten wäscht man sich am besten stets die Hände - insbesondere nach dem Anfassen roher Produkte. Alle Küchenutensilien und -flächen sollten nach der Lebensmittelzubereitung mit heißem Wasser und Reinigungsmittel gesäubert werden.
Foto: dpa
Desinfektionsmittel sind überflüssig
„Desinfektionsmittel brauchen wir im Haushalt eigentlich nicht", sagte Hygieneexperte Lüppo Ellerbroek vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). „Abwaschen und Abtrocknen reichen meist aus." Nur wenn jemand im Haushalt zum Beispiel an einer Durchfall verursachenden Campylobacter-Infektion erkrankt ist, sind solche Mittel sinnvoll. Alles andere sei zu viel des Guten.
Foto: dpa
Falsche Sicherheit durch Desinfektion
„Man sollte nicht vor Angst im Boden versinken“, betonte der Experte. Nicht nur aus Umweltschutzgründen rät er von Desinfektionsmittel ab. „Es gibt auch eine falsche Sicherheit, mancher wäscht dann vielleicht nicht mehr so gründlich ab.“
Foto: dpa
Kühlschrank sauber halten
Nicht allein beim Verarbeiten und Spülen ist Hygiene wichtig, auch im Kühlschrank spielt sie eine große Rolle. Der Kühlschrank sollte sauber sein. Rohe oder angebrochene Lebensmittel sollte man immer abdecken. In den oberen Fächern sollte kein Gemüse lagern, denn zum Beispiel von Lauch könnten Erdreste auf andere Lebensmittel herabrieseln.
Foto: dpa
Lebensmittel richtig lagern
Wichtig ist auch, empfindliche Lebensmittel nicht in der Kühlschranktür aufzubewahren. Dort sei es nicht kalt genug für Produkte, die die Angabe „Zu verbrauchen bis...“ tragen. Auch sollte der Kühlschrank nicht zu voll sein, damit die kalte Luft zirkulieren kann. Kühlschränke mit antibakterieller Nanosilber-Beschichtung im Inneren sind dagegen unnötig, sagt Ellerbroek: „Man kann sich mit ganz einfachen Mitteln wirklich gut schützen.“
Foto: dpa
Woher die Keime kommen
Die krankmachenden Keime können über rohe Lebensmittel wie Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier und Gemüse in die Küche gelangen. Aber auch durch bereits infizierte Bewohner, Haustiere oder Schädlinge.
Foto:
dpa
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 100.000 Erkrankungen gemeldet, die durch Bakterien, Vieren oder Parasiten in Lebensmitteln verursacht werden, so das BfR. Hat es einen erwischt, leidet man unter Magenkrämpfen, Durchfall und Erbrechen. „Ich habe Magen-Darm“ heißt es dann oft lapidar, denn meistens heilt die Lebensmittelinfektion von selbst wieder aus. Doch für Menschen mit einem schwachen Immunsystem, wie es kleine Kinder, Schwangere oder chronisch Kranke haben, kann so eine Infektion im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein.
Doch das Gute ist, damit es erst gar nicht so weit kommt, muss man keine speziellen Maßnahmen ergreifen, sondern nur einige relativ simple Hygiene-Regeln beachten. Denn „Sauberkeit bietet 99,9 Prozent der Möglichkeiten, sich vor krankmachenden Keimen zu schützen", betonte Ellerbroek, der am BfR die Fachgruppe Lebensmittelhygiene leitet.
Welche Hygiene-Regeln Sie in der Küche beachten sollten, lesen Sie in der Bildergalerie.
Auch interessant