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Thema im neuen „Stubbe“-Fall: ZDF schießt gegen Netzwerk „Knuddels“

Szene aus dem Stubbe-Krimi: Vanessa (Mascha Gebhardt) will vom Vater (Stephan Szasz) das Laptop zurück.
Szene aus dem Stubbe-Krimi: Vanessa (Mascha Gebhardt) will vom Vater (Stephan Szasz) das Laptop zurück.
Foto: ZDF/Sandra Hoever

Das ZDF schießt gegen das bekannte Online-Netzwerk „Knuddels“! Im neuesten Fall von „Stubbe: Gefährliches Spiel“ (lief Samstag um 20.15 Uhr im ZDF) wurde der beliebteste Internet-Treffpunkt der 8- bis 14-Jährigen als wahres Einfallstor für Pädophile gebrandmarkt. Vor allem junge Mädchen ließen sich hier gleich reihenweise mit älteren Männern ein. Mit erschreckenden Folgen.

Der gleiche Aufbau, das gleiche Farbschema – und selbst der Name ist nur äußerst zaghaft verfremdet. Es ist eindeutig: Das soziale Netzwerk „Knuddelzone“ im ZDF-Krimi „Stubbe“ entspricht dem realen „Knuddels“. Das gibt ZDF-Redakteur Thorsten Ritsch auf EXPRESS-Nachfrage auch unumwunden zu: „Ich habe bei Knuddels für den Film recherchiert. Ich war extrem überrascht, wie freizügig und offensiv sich jüngere Mädchen dort zeigen und geben.“

Redakteur von jungen Mädchen angeschrieben

Die Story des Krimis: Ein junges Mädchen wird tot aufgefunden. Spuren deuten auf ein Rendezvous mit tödlichem Ausgang hin. Traf sie in einem Flirt-Chat ihre Verabredung, die tödlich endete?

Ein tragischer Film – mit realem Hintergrund. „Ich bin über 40 – und es dauerte nicht lange, da wurde ich von jüngeren Mädchen angeschrieben“, sagt der ZDF-Redakteur. Für die sei das zwar spielerisch. „Aber sie können natürlich in diesem Alter nicht überblicken, in welche Gefahr sie sich da begeben.“

Denn oft bleibe es nicht beim Chat. „Gefährlich wird’s, wenn sie sich dort nach Monaten des harmlosen Schreibens verabreden. Und das kommt öfter vor als man denkt.“ Gerade erst mache der Fall Amanda Todd Schlagzeilen – die 12-Jährige zog sich für einen älteren Mann, den sie im Chat kennengelernt hat, vor der Webcam aus. Später brachte sie sich aus Scham um.

Warum sind Chats nachts geöffnet?

„Darum muss man sich Fragen“, so Ritsch, „warum da nachts die Chaträume für 12-Jährige geöffnet sind.“ Denn die Mitglieder des sozialen Netzwerks geben ihr Alter meist offen an. „Trotzdem wird niemand gesperrt, der zu nachtschlafender Zeit eigentlich im Bett sein sollte.“

Die Problematik ist auch bei „Knuddels“ bekannt, „Knuddels“-Jugendschutzbeauftragter Christian Hemmer zu unserer Zeitung: „Nutzer mit unlauteren Absichten versuchen, Kinder aus dem Chat in unbewachte Bereiche des Internets wegzulocken, z.B. in Messenger-Dienste wie msn. Um unerwünschten Vorgängen im Chat selbst vorzubeugen, haben wir einen Jugenschutzbereich mit vielen Empfehlungen eingerichtet.“

Beim Chat in „Knuddels“ kann keine Webcam angeschlossen werden, Chatter unter 16 Jahren müssen in einem Test ihre Medienkompetenz beweisen. Seit Dezember gibt es eine Profileinstellung, bei der die Chatter angeben können, von welcher Altersstufe sie angesprochen werden möchten.

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