Neue Betrugsmasche: Interneterpresser setzen Computernutzer wegen angeblicher Verbreitung von Kinderpornografie unter Druck.
Das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnten am Dienstag in Wiesbaden vor einer neuen Schadsoftware, die Computer infiziert und sperrt.
Auf dem Bildschirm öffne sich ein Fenster mit einem angeblichen BSI-Logo. Dem Nutzer werde unterstellt, dass sein Rechner zur Verbreitung kinderpornografischen Materials, terroristischen Aktionen, Urheberrechtsverletzungen oder anderen Straftaten genutzt worden sei.
Die Sperre werde angeblich nur gegen die Zahlung von 100 Euro über einen digitalen Dienstleister wieder aufgehoben.
Als besonders problematisch werten die Behörden, dass auf dem Bildschirm auch eine jugendpornografische Darstellung auftaucht, deren Besitz verboten sei. Dieses Bild dürfe auf keinen Fall gespeichert werden, das sei eine Straftat, warnte das BKA.
Nutzer sollten die Zahlungsforderung ignorieren und der Polizei die versuchte Erpressung melden.
Auf der Webseite www.botfrei.de gebe das Anti-Botnetz-Beratungszentrum Hinweise zur Reinigung des infizierten Computers.
Antivirenprogramme
Viren, Würmer oder Trojaner sind die Werkzeuge, mit denen Kriminelle Rechner einsehen oder steuern können. Doch die Schadprogramme können mit Antivirenprogrammen abgehalten oder aufgespürt werden. Nutzer müssen den Virenscanner unbedingt täglich aktualisieren, sagt Michael Würtz, IT-Sicherheitsbeauftragter der TU Darmstadt. „Wenn das Programm neue Schadprogramme nicht kennt, kann es sie bei Scans auch nicht erkennen.“ Wichtig ist: Nur einen Scanner nutzen. Laufen zwei parallel, behindern sie sich gegenseitig.
Foto: dpaDas ist Ransomware
Dabei wird durch die Schadsoftware ein sogenanntes Popup-Fenster mit den Logos des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Gesellschaft für Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) eingeblendet.
Darin wird dem Nutzer unterstellt, dass der Rechner im Zusammenhang mit der Verbreitung kinderpornografischen Materials, bei terroristischen Aktionen, Urheberrechtsverletzungen oder anderen Straftaten genutzt worden sei.
Wie bei Ransomware üblich, wird der Nutzer schließlich zur Zahlung von 100 Euro über die digitalen Zahlungsdienstleister uKash oder Paysafecard aufgefordert, um einen Freigabecode zur angeblichen Entsperrung des Rechners zu erhalten.
Hierzu erklären das Bundeskriminalamt und das BSI:
Weder das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) noch die Gesellschaft für Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) sind Urheber einer solchen Meldung!
Das Internet ist voller Gefahren durch sogenannte Schadsoftware. Inzwischen hat sich eine weltweite kriminelle Industrie entwickelt, die darauf aufbaut, Geld aus erbeuteten persönlichen Daten zu schlagen. Aber was sind eigentlich genau Viren, Würmer, Trojaner & Co.? Wir klären Sie über die wichtigsten Schädlinge im Netz auf.
Foto: dpa-tmn