Die Verlockung ist groß. Wer schaut sich eigentlich alles mein Profil auf Facebook an? Irgendein Verehrer, der andauernd auf meine Seite geht? Das kann man doch mal anklicken. Und schon ist es passiert!
Die Falle hat zugeschnappt. Statt eine seriöse Statistik präsentiert zu bekommen, greift ein Wurm auf das Profil des Nutzers zu und schickt in dessen Namen Einladungen und Nachrichten an Freunde, oder verlinkt diese auf Bildern.
Ein Freund schickt eine unerwartete Chat-Nachricht mit einem Link.
(Hinweise vom Fachblog "Metaprime" übernommen)
Veranstaltungseinladungen haben reißerische Titel, wie "WOW jetzt kannst du sehen, wer sich dein Profil ansieht!" oder beginnen mit "OMG" (aus dem Amerikanischen: Oh my God).
Die URL (Internetadresse) wurde mit einem "Shortening Dienst" verkürzt, beispielsweiser mit "Bit.ly". Auch bei unüblichen Endungen wie ".info" ist höchste Vorsicht angesagt.
Bei einem Freund erscheint ein Pinnwand-Foto auf dem mehrere Personen verlinkt wurden. In der Bildunterschrift steht eine Adresse zum Anklicken.
Man erhält von einem Freund eine Nachricht auf Englisch, obwohl er eigentlich Deutsch spricht.
Fast 700.000 deutsche Nutzer sollen innerhalb von drei Tagen auf solche Anfragen reingefallen sein, berichtet der Fachblog "Metaprime". Da Freunde den Link vermeintlich empfehlen, werden viele Nutzer unvorsichtig und der Wurm kann sich rasend schnell verbreiten.
Hinter dem System steckt ein Javascript-Code, der in die Adresszeile des Browsers eingegeben wird.
Da er sich oft hinter Verkürzungen, wie "bit.ly" versteckt, ist der Link noch schwieriger zu erkennen.
Facebook ist gegen diese Art von Attacken relativ machtlos, da das Javascript lokal vom Rechner ausgeführt wird, beschreibt "Metaprime" das Problem. Die Nutzer sind also vor allem aufgerufen selbst aufzupassen, was sie anklicken.
Plumpe Anfragen wie "WOW jetzt kannst du sehen, wer sich dein Profil ansieht!" sollten dringend ignoriert werden.
Zumal nur Facebook beantworten könnte, welche Nutzer welche Seiten besuchen. Diese Daten bleiben aber geheim.
Dennoch stellt sich die Frage: Könnte Facebook nicht mehr tun, um seine Nutzer zu schützen, zum Beispiel durch Warnmeldungen, die auf aktuelle Gefahren hinweisen? Schließlich sind nicht alle so sicher im Netz unterwegs, dass sie die gefährlichen Anfragen, auch wenn sie manchmal recht plump daherkommen, erkennen.
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