„Chronik“ wird Pflicht

So tappen Sie nicht in die Facebook-Falle

Von FLORIAN MEYER
So sehen bald alle Facebook-Profile aus: In der Chronik werden alle Daten untereinander dargestellt.
So sehen bald alle Facebook-Profile aus: In der Chronik werden alle Daten untereinander dargestellt.
Foto: dpa

Die Auswahl-Zeit ist vorbei: Facebook macht seine neue Profil-Darstellung mit „Chronik“ , die zahlreiche der 22 Millionen User in Deutschland verunsichert, zur Pflicht. Das bedeutet vor allem eins: Nutzer sollten jetzt ihr Profil aufräumen!

Seit Dezember hatten deutsche User die Chance, ihr Facebook-Profil auf die „Chronik“ umzustellen, die zahlreiche (und nach Willen von Facebook sogar alle) Ereignisse des Lebens chronologisch auflistet.

Nun wird diese Darstellung Pflicht, in den kommenden Wochen erfolgt die Umstellung. Datenschützer sind nicht begeistert – sehen darin aber auch eine Chance.

Privates im Fokus

Früher sind alle Facebook-Einträge nach einer Weile auf Profilseiten nach unten und damit aus dem Bewusstsein gerutscht. Nun soll alles untereinander erscheinen, Jahreszahlen am Rand erlauben schnellen Zugriff auf wichtige Ereignisse.

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspars: „Die Hauptgefahr besteht darin, dass der Nutzer angeregt oder angeleitet wird, aus seiner Vita Daten preiszugeben, die er zuvor nicht preisgegeben hätte.“

User sollen aufräumen

Obwohl keine Daten, die vorher geschützt waren, mit Einführung der Chronik öffentlich erscheinen, gibt es Kritik. Datenschützer Ulrich Kühn: „Als User sollte man seine Chronik genau ansehen und überlegen, was man für wen freigibt.“

Facebook gibt seinen Usern nach Einführung der Chronik sieben Tage Zeit, bis sie auch für alle anderen Nutzer zu sehen ist. Kühn; „Das ist sehr kurz. Facebook hätte etwa vier Wochen Zeit geben sollen, um sein Profil zu überarbeiten.“

Umstellung als Chance

Obwohl mit der Chronik einige private Dinge mehr in den Mittelpunkt geraten, sieht Kühn in der Zwangs-Umstellung auch eine Chance: „Wenn das jetzt dafür sorgt, dass viele Leute ihr Profil prüfen, hat die Umstellung sogar was Gutes.“

Der Datenschützer rät: Generell sollten Facebook-Nutzer immer überlegen, welche Bilder und Informationen für wen zu sehen sind, und die Privatsphären-Einstellungen nutzen. Sonst gibt es später ein böses Erwachen, wenn Jahre später die fiesen Party-Fotos auftauchen, die der neue Chef doch eigentlich niemals sehen sollte...

Das müssen Sie zur neuen Facebook-Chronik wissen

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Datum:  25.1.2012
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