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Großes Theater in der kleinen Kiez-Kneipe: „Stammtisch“: Der „Silbersack“ wird zur Bühne

Die Kneipe Zum Silbersack an der Silbersackstraße.
Die Kneipe "Zum Silbersack" an der Silbersackstraße.
 Foto: Eliza Dubs

Zigaretten qualmen, Flaschen klirren, aus der Jukebox tönt Engelbert. Und irgendwo mampft einer einen Dürüm. Ein ganz normaler Abend im „Silbersack“, einer der Kiez-Kult-Kneipen schlechthin.
Der, der da die Döner-Tasche verzehrt, ist übrigens Joachim Lux, Intendant des Thalia-Theaters. Wohl doch kein ganz normaler Abend. Denn im Rahmen der „Lessingtage“ wird der „Silbersack“ zur Bühne: Ein Schauspielkollektiv um Regisseur Franz von Strolchen lässt hier den „Stammtisch“ aufleben – mitsamt seinen Sitten, Gebräuchen und dem angestammten Tresenpersonal (Wirt wie Gäste), das ungerührt seine Tätigkeiten verrichtet (Bedienen, Trinken).

Strolchen mischt dabei fünf Darsteller unters Publikum – Individuen, die aus dem System gefallen sind: eine Krisenfotografin, die versucht, Menschen auf Bildern zu vereinen. Ein verhinderter Astronaut, der eine Menschenkolonie im Weltraum ansiedeln will. Ein gestürzter EU-Politiker, eine gefallene Grande Dame, ein Vertreter von Wunderpillen – was einem eben so an skurrilen Existenzen begegnet an einem bierseligen Abend.

Links: Gerd Thomsen, Sohn der verstorbenen Wirtin Erna Thomsen. Rechts der neue Wirt: Dominik Großefeld.
Links: Gerd Thomsen, Sohn der verstorbenen Wirtin Erna Thomsen. Rechts der neue Wirt: Dominik Großefeld.
 Foto: dpa

Der höhere Sinn bleibt dem Zuschauer leider verborgen. Und der wirkliche Stammtisch, die „kleinste Zelle der Demokratie“, wie es das Programmheft ausruft, findet ohnehin am Tresen statt: „Wenn wir nicht bald den Mindestlohn einführen, rappelt’s im Karton“, raunt Siegfried. Der ehemalige Kellner muss es wissen, schließlich hat er schon Altkanzler Helmut Schmidt bedient – „das war der Arroganteste von allen!“ Darauf eine Zigarette!

„Zum Silbersack“: 3.2., 13 Uhr, 4./5.2., 19 Uhr, 12 Euro, Thalia-Karten-Tel. 32814444

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