
So bleiben Ihre Facebook-Daten geheim
Ihr Fingerabdruck im Netz
Es hört sich harmlos und idyllisch an, zieht Millionen Facebook-Nutzer weltweit in seinen Bann: Beim Internetspiel Farmville pflanzen die Spieler Erdbeeren an, melken Kühe und bauen sich ein Bauernhaus. Doch so ganz in Ordnung ist die heile Pixelwelt nicht: Verbraucherschützer warnen vor der Datensammelwut des Anbieters, einige Spieler berichten von unerlaubten Konto-Abbuchungen. Und unseriöse Werbeangebote im Spiel locken Nutzer in Abofallen.
Kommerz bei Farmville: Fast 75 Millionen Online-Bauern aus aller Welt - Tendenz steigend - beackern ihre virtuelle Scholle, um durch geschicktes Wirtschaften virtuelles Geld zu verdienen, mit dem man Saatgut und Tiere kaufen kann. Schneller geht's, wenn man das Spielgeld-Konto mit echtem Geld auffüllt, per Kreditkarte oder über den Bezahldienst Paypal. Laut "New York Times" nimmt Zynga mit Farmville und vergleichbaren Spielen pro Jahr rund 250 Millionen Dollar ein.
Abofalle: Als "Scamville", also "Abzockdorf", bezeichnet das US-Technikblog Techcrunch die dubiosen Geschäftspraktiken einiger Werbetreibender: Sie bieten vermeintlich kostenloses Spielgeld, wenn der Nutzer bei einer Umfrage mitmacht. Dabei wird um die Angabe der Handynummer gebeten - und schon hat der arglose Spieler ein teures Klingelton-Abo oder Ähnliches abgeschlossen. In den USA läuft eine Sammelklage gegen Facebook und Zynga. Der Spiele-Anbieter stoppte die Abo-Praktiken daraufhin. Ähnliche Fälle sind auch von anderen Spielen und vom Netzwerk MySpace bekannt.
Datensammelwut: Als "nach deutschem Recht fragwürdig, wenn nicht gar unzulässig" bezeichnet der schleswig-holsteinische Datenschützer Henry Krasemann die dauerhafte Speicherung von Nutzerdaten durch Zynga. Wer sich das Spiel auf sein Facebook-Profil lädt, erlaubt dem Unternehmen den Zugriff auf persönliche Daten, Fotos und Informationen über Freunde - zur Nutzung für gezielte Werbung.
Unerlaubte Kontoabbuchungen: Bekannt wurde der Fall der Farmville-Spielerin Anna Tschochner. Zynga buchte ohne ihre Zustimmung drei Mal Geld von ihrem Paypal-Konto ab. Vielleicht ein Versehen - Zynga äußerte sich dazu nicht. Ihr Geld hat die Münchnerin aber wiederbekommen.
Info:
Netzwerk-Hacker
Die Meldungen über kriminelle Hackerangriffe in sozialen Netzwerken häufen sich dramatisch Um rund 70 Prozent soll die Zahl im vergangenen Jahr angestiegen sein. Auf Facebook fielen Tausende Nutzer auf falsche Virenwarnungen herein und installierten sich vermeintliche Sicherheits-Software, die sich als Abo-Falle entpuppte. Twitter musste vergangene Woche etliche offenbar gehackte Konten sperren.
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